Wie Handwerker online begeistern - Tipps zum eigenen Internetauftritt

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Jeder ist heutzutage immer und überall online, egal ob mit dem Rechner oder dem Smartphone. Der korrekte Aufbau einer Homepage ist für Handwerker deshalb unumgänglich.

Mund-zu-Mund-Propaganda, Zeitungsanzeigen, Kunden werben Kunden – um neue Kunden zu finden, haben sich Handwerker lange auf altmodische Strategien verlassen. Mittlerweile kommt aber selbst die kleinste Firma nicht mehr um einen eigenen Online-Auftritt herum. Dieser bietet viele Chancen für Handwerker, aber auch neue Herausforderungen. Wir beantworten Fragen zu Aufbau, Kosten und rechtlichen Aspekten bei Handwerker-Webseiten.

 

Klar und übersichtlich

Das wichtigste beim Erstellen einer Firmen-Homepage sind Übersichtlichkeit und schnelle Orientierung. Im Gegensatz zum Kundengespräch in der Niederlassung ticken die Uhren im Internet deutlich schneller: Kunden verbringen teils nur Sekunden auf einer Webseite, bevor sie sich die nächste ansehen. Daher ist es von oberster Bedeutung, keine langwierigen Begrüßungsformeln und verkopfte Menüstrukturen zu nutzen, sondern dem Besucher der Seite auf den ersten Blick die Stärken des Unternehmens zu präsentieren.

Die Webseite sollte deshalb unübersehbar folgende Fragen beantworten:

  • Wer sind wir?
  • Was bieten wir an?
  • Warum sollte sich der Kunde für uns entscheiden?
  • Wie erreicht man uns?
Um neue Kunden zu gewinnen, sind Ansprachen wie „Herzlich Willkommen“ und „Schauen Sie sich in Ruhe um“ deshalb fehl am Platz. Die besten Webseiten präsentieren ohne viel Gerede, warum sich der potentielle Kunde genau für dieses Unternehmen entscheiden sollte. Aus dem gleichen Grund ist es wichtig, Telefonnummer, Adresse, Email-Adresse und Geschäftszeiten direkt vorn auf der Homepage zu platzieren. Nur wenn er sich sofort für das Angebot begeistert, kann aus einem Online-Besucher ein realer Kunde werden.

Der Unternehmer sollte sich in die Lage des Kunden oder des interessierten Webseiten-Besuchers versetzen. Beantwortet sein Online-Auftritt jede Frage, die man sich stellt? Findet man sich leicht zurecht?

 

Kein Schnickschnack

Dazu gehört auch, dass Webseiten am besten auf grafische Spielereien, vorgeschaltete Begrüßungsseiten, aufwändige Diashows und jedwede Sounds verzichten. „Mit Intros und vorgeschalteten Startseiten verlieren Sie jede Menge potenzieller Kunden und vernichten Geld. Die Erfahrung zeigt, dass viele User direkt wieder wegklicken, wenn ein Intro vor die eigentliche Website geschaltet wird“, berichtet Werbefachmann und Online-Profi Daniel Dirkes im Handwerksblatt.

Bitte nicht übersehen: Viele Aufrufe kommen nicht von einem PC, sondern per Smartphone. Unerlässlich ist es daher, die Seite auch für den mobilen Zugriff zu optimieren. So genannte responsive Designs, die sowohl auf PCs als auch auf Smartphones und Tablets gut aussehen, sind mittlerweile Standard. Generell sollte das Design immer auf Höhe der Zeit sein und nicht allzu altbacken aussehen. „Niemand erwartet ein Top-Model. Aber als schmuddeliger Zausel sollte man auch nicht ankommen“, empfiehlt Werbetexter Michael Bondzio auf seiner Webseite.

 

Rechtliche Vorgaben beachten

Es ist kein Zufall, dass jede noch so kleine Internetseite einen eigenen Reiter für „Impressum“ und „Datenschutz“ hat. Bei beiden Angaben schreibt der Gesetzgeber nämlich vor, dass sie auf einer gesonderten Seite angegeben werden. Ein Impressum muss in erster Linie Namen, Anschrift, Telefonnummer und Email-Adresse des Seitenbetreibers enthalten, bei Unternehmen müssen außerdem die Rechtsform, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Wirtschafts-Identifikations-Nummer, die Registernummern aus dem Handels-, Vereins-, Partnerschafts- oder Genossenschaftsregister sowie das zuständige Registergericht angegeben werden.

Beim Datenschutz ist auf einer gesonderten Seite der Umgang mit den Daten der Seitenbesucher zu erläutern, außerdem bedarf es einer Erklärung für jedes Analyse-Tool (beispielsweise Google Analytics) und Web-Plugin (beispielsweise Facebook oder Twitter). Vorgefertigte Texte für solche Erklärungen finden sich recht einfach online, genauso wie Generatoren für rechtssichere Impressumstexte.

Aufpassen sollte man auch bei der Verwendung von fremden Fotos und Texten auf seiner Webseite, weil diese meist urheberrechtlich geschützt sind. Auf der sicheren Seite ist, wer nur ausdrücklich zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestelltes Material nutzt und die entsprechenden Quellen angibt. Das Kopieren von Bildern und Texten ohne Rücksicht auf die Urheberrechte kann sehr teuer werden! Bei einfachen Fotos kann man daher besser selbst zur Kamera greifen oder Bildagenturen nutzen.

 

Google ernst nehmen

Die meisten Online-Suchen nach Handwerker-Homepages erfolgen über Google, daher ist es oberste Priorität, unter den ersten Ergebnissen zu stehen. Wenn potentielle Kunden beispielsweise nach „Maler Hamburg“ suchen, sollten Hamburger Maler und Lackierer möglichst auf der ersten Seite der Google-Suche erscheinen – die wenigsten User klicken sich bis Seite 2 durch.

Dabei entscheidet Google in einem komplizierten Verfahren, in welcher Reihenfolge die Suchergebnisse angezeigt werden. Bevorzugt werden dabei Homepages, die regelmäßig eigene Texte veröffentlichen und viele Links beinhalten. Wichtig ist auch, dass bestimmte Schlagwörter der Branche – bei Malern beispielsweise Farben und Lacke, Hersteller-Namen, Name der Stadt und Umgebung – in den Texten und der Seitenbeschreibung (Meta-Daten) auftauchen, damit Google die Seite als besser betrachtet und höher einstuft. Diese Werbestrategie nennt man Suchmaschinenoptimierung oder SEO (search engine optimization).

Online-Marketing bietet neue Möglichkeiten

Die obersten Suchergebnisse bei Google sind allerdings meistens Anzeigen, die Firmen gebucht haben. Diese so genannten AdWords kosten zwar Geld, erscheinen dafür aber ganz oben auf der Seite und erzielen so mehr Klicks. Bezahlt wird nur – abgesehen von erstmaligen Einrichtungskosten–,  wenn ein Nutzer auch wirklich auf die Anzeige klickt. Für Handwerksunternehmen ist interessant, dass man Anzeigen auch regional begrenzt schalten kann, sodass die AdWords nur in bestimmten Städten erscheinen.

Investitionen ins Online-Marketing können sich durchaus lohnen und im Smartphone-Zeitalter mehr Kunden gewinnen als herkömmliche Wege. Daniel Dirkes meint deshalb in einem Beitrag im Online-Magazin Malerpraxis, dass Betriebe über ihre Werbeausgaben nachdenken sollten. „Verteilen Sie Ihr Budget doch ein wenig um. Erfolgreiche Betriebe setzen längst auf das Online-Marketing und wissen, dass bereits mit einer kleinen Investition großer Erfolg erzielt werden kann“, schreibt er.

 

Selbst erstellen…

All diese Tipps werfen die Frage auf, ob ein Handwerker eine aktuelle Webseite eigentlich noch selbst erstellen kann oder ob in jedem Fall eine Werbeagentur beauftragt werden muss. Hierauf gibt es keine endgültige Antwort.

Grundsätzlich kann jeder eine attraktive, Google-affine und rechtlich korrekte Webseite allein und kostenlos erstellen. Am einfachsten geht dies mit Baukasten-Systemen, mit denen manche Anbieter und auch Internetprovider werben. Diese sehr einfachen Designs werden von Experten aber durchweg abgelehnt. „Wenn Sie auf kostenlose Webseiten aus dem Baukasten setzen, wie sie 1&1 & Co. anbieten, verspielen Sie sich möglicherweise Chancen auf Erfolg“, warnt Webentwickler René Dasbeck in seinem Blog netz-gaenger. Nicht nur sähen diese Produkte nicht gut aus, auch ließen sie sich nicht auf Suchmaschinen optimieren.

Ebenfalls kostenlos und deutlich aufwändiger sind Webseiten auf Basis von WordPress. Hier muss man sich einen Webhoster suchen, der den Server für die Seite bereitstellt, und dann die eigentliche Seite mit der WordPress-Software zusammenbauen. Auch dies ist für Laien möglich, erfordert aber einigermaßen solides Wissen im Bereich Webdesign.

…oder Fachmann fragen?

Deutlich professioneller sind da Angebote von Webdesignern, egal ob freiberuflich oder bei Werbeagenturen. Profis können schnell und bedarfsgerecht modernste Seiten aufbauen und auf Wünsche ihrer Kunden gezielt eingehen. Gute Arbeit hat aber ihren Preis, sodass hier Kosten von mindestens 500 Euro auf Unternehmen zukommen, meistens auch mehr. Wenn die Agentur auch die Suchmaschinenoptimierung, das regelmäßige Befüllen mit Texten und das Online-Marketing übernehmen soll, können diese Kosten weiter steigen und regelmäßig anfallen.

Gerade für größere Firmen, die mit ihrer Webseite am Puls der Zeit bleiben wollen, sind solche Investitionen aber unumgänglich: Die Internetseite eines Betriebs ist nicht nur ein Aushängeschild, sie übernimmt auch die Aufgaben von Empfangshalle, Ausstellungsraum und Verkaufsfläche. Wer hier hinterherhinkt, kann wohlmöglich auch den realen Laden bald dicht machen.

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AUTOR
Benedikt Falz
BILD
T. L. Furrer - stock.adobe.com, IEVGEN - stock.adobe.com, gascue - stock.adobe.com, Rawpixel.com - stock.adobe.com
VERÖFFENTLICHT AM
14.03.2018
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