Verteuerungen am Bau auf Zehnjahreshoch


Seit 2007 sind die Baupreise in Deutschland nicht mehr so stark gestiegen wie im Februar. Wie der HBD bestätigt, haben viele Unternehmen ihre Preise deutlich erhöht.

Die Errichtung von Wohngebäuden war in Deutschland im Februar 2018 durchschnittlich vier Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist dies der stärkste Anstieg der Baukosten in einem Jahr seit 2007. Allein von November 2017 bis Februar 2018 erhöhten sich die Baupreise um 1,7 Prozent. Die Gründe hierfür sind vielfältig, unter anderem ist das Kostenplus aber wohl auch auf Preiserhöhungen seitens der Bauunternehmen zurückzuführen.

Besonders der Rohbau wird vom Bundesamt als Kostentreiber ausgemacht: Zwischen Februar 2017 und Februar 2018 wurden diese Arbeiten um 4,4 Prozent teurer. Überdurchschnittlich stiegen die Preise vor allem für Erdarbeiten (plus sechs Prozent), für Betonarbeiten (plus 5,1 Prozent) und für Gerüstarbeiten (plus 4,9 Prozent). Beim Ausbau mussten Bauherren ebenfalls deutlich mehr zahlen, so verteuerten sich vor allem Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden (plus 4,9 Prozent), Nieder- und Mittelspannungsanlagen (plus 4,5 Prozent) sowie Estrich-, Tischler- und Metallbauarbeiten (plus 3,9 Prozent).

Viele Gründe für die Preisanstiege

Woher kommt diese Kostenexplosion? Dass Unternehmen die Preise angezogen haben, bestätigt sogar der Industrieverband Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). Dessen Sprecher Heiko Stiepelmann machte gegenüber Spiegel Online die höhere Nachfrage verantwortlich: „Der Markt hat sich gedreht: Die Firmen müssen nicht mehr nehmen, was auf dem Tisch liegt, sondern können sich im Boom die besten Preise und Angebote auswählen“, so Stiepelmann.

Ein wirkliches Problem sieht er hier aber nicht. In den vergangenen Jahren habe es kaum Raum für Preisanpassungen gegeben, sodass diese nun seitens der Unternehmen kompensiert würden. Darüber hinaus seien manche Materialien wie Stahl deutlich teurer geworden. Diese Kosten würden von der Industrie schlichtweg an die Kunden weitergegeben. Darüber hinaus wachse die Zahl der Bauvorschriften kontinuierlich, was das Bauen an sich verteuere. „Bei den Standards wird immer weiter obendrauf gesattelt, das landet dann ebenfalls in den Preisen“, gab Stiepelmann zu Protokoll.

Gewerblicher Bau und Straßenbau noch teurer

Noch stärker als beim Wohnungsbau stiegen die Kosten beim Straßenbau: Hier wurden Maßnahmen durchschnittlich 5,3 Prozent teurer als im Vorjahr. Der gewerbliche Bau verteuerte sich um 4,1 Prozent, sowohl bei Büro- als auch bei Betriebsgebäuden. Gleichermaßen musste man auch für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden 3,9 Prozent mehr bezahlen.

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AUTOR
Benedikt Falz
VERÖFFENTLICHT AM
19.04.2018
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