Studie: Mieten fressen hohe Einkommen teils auf


Hohe Mieten sind in vielen Teilen Deutschlands ein Problem, besonders in den wohlhabenden Regionen. Hier übersteigen die Wohnkosten das zusätzliche Einkommen deutlich.

Dass das Wohnen in München, Hamburg und Frankfurt teurer ist als in ländlichen Regionen Nord- und Ostdeutschlands, wird kaum jemanden überraschen. Grundsätzlich ist es nicht unüblich, dass in den reichen Metropolregionen mehr verdient wird und deshalb auch die Mieten höher sind. Wie eine Studie des Online-Immobilienportals immowelt.de herausfand, liegen die Mieten mittlerweile allerdings weit über den Kaufkraftzuwächsen dieser Regionen.

In München ist es besonders schlimm

Die bayrische Landeshauptstadt München schießt in dieser Kategorie den Vogel ab: Zwar ist die Stadt überdurchschnittlich reich, doch sind die Mieten hier in den vergangenen Jahren so dermaßen gestiegen, dass dieser Reichtum wieder zunichtegemacht wird. Gemessen wird dies an der Kaufkraft, die sich aus dem für Konsum und Wohnkosten zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommen bemisst – also das Geld, das nach allen Abzügen noch zum Ausgeben im Portemonnaie ist. In München und dem darum liegenden Landkreis ist dies besonders hoch, hier haben die Menschen durchschnittlich etwa 31.000 Euro jährlich zur Verfügung, was circa ein Drittel über dem deutschen Durchschnitt von 23.000 Euro liegt.

Zunächst einmal wirkt dies positiv für die Münchener, doch fressen die hohen Mieten dieses Einkommensplus wieder auf, so die Studie: In der Stadt bezahlt man derzeit 17,10 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter, was 134 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 7,30 Euro liegt. Münchener verdienen also ein Drittel mehr als Durchschnittsdeutsche, bezahlen aber mehr als das Doppelte fürs Wohnen. Im Landkreis ist es nur wenig besser, hier sind die Mieten „nur“ knapp doppelt so hoch wie in ganz Deutschland.

Schwerpunkte München, Frankfurt, Erlangen

Immowelt.de hat diese Analyse für die zehn Einkommensstärksten Landkreise in der Bundesrepublik durchgeführt. Stadt- und Landkreis München führten dabei die Skala der Monster-Mieten an, danach folgen einige der umliegenden Gemeinden wie Dachau, Starnberg und Fürstenfeldbruck. Weitere Schwerpunkte dieser schlechten Verteilung sind die Finanzmetropole Frankfurt, hier besonders der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis, und die Stadt Erlangen, in der sich der Deutschlandsitz von Siemens befindet. Auch hier machen die Wohnkosten die hohen Einkommen mehr als wett.

Es geht aber auch andersherum, denn in manchen deutschen Gebieten ist das Wohnen liegen die durchschnittlichen Wohnkosten deutlich unter der Kaufkraft. Dies trifft beispielsweise auf ostdeutsche Gebiete zu, in denen zwar weniger verdient wird, es aber noch günstigere Wohnungen gibt. In dieser Statistik führt die Stadt Görlitz an der polnischen Grenze: Zwar liegt die Kaufkraft mit gut 18.000 Euro rund 20 Prozent unterm Bundesmittel, doch sind hier Mieten 37 Prozent günstiger.

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AUTOR
Benedikt Falz
VERÖFFENTLICHT AM
16.04.2018
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