Staubarme Technik für Azubis


Die BG BAU kooperiert mit der Industrie, um künftig jedes Jahr rund 60.000 Auszubildende zu Beginn ihres Arbeitslebens mit staubarmen Techniken vertraut zu machen.

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) verzeichnet jedes Jahr hunderte Anzeigen wegen Verdacht einer staubbedingten Berufskrankheit, beispielsweise Silikose, Siliko-Tuberkulose oder Lungenkrebs. Auslöser ist meistens aufgewirbelter Bau- beziehungsweise Quarzstaub. Um schon möglichst früh auf diese Gefahren sowie auf staubarme Techniken aufmerksam zu machen, arbeitet die BG BAU nun noch enger mit der Industrie zusammen: Mit zur Verfügung gestellten Maschinen und Geräten sollen künftig jährlich rund 60.000 Auszubildende für diese Thematik sensibilisiert werden.

Die gemeinsame Initiative ist Teil des Aktionsprogramms „Staubminimierung beim Bauen“ – einer breit angelegten Aktion relevanter Verbände und Gewerkschaften sowie von Bauaufsicht und Politik.

Technische Lösungen zum Schutz der Gesundheit

„Zwar entsteht bei Arbeiten am Bau grundsätzlich häufig viel Staub“, weiß Bernhard Arenz, Leiter der Prävention der BG BAU. „Doch gibt es inzwischen umfassende technische Lösungen, um Staub zu mindern und bereits an der Quelle zu beseitigen.“ So haben mehrere Hersteller staubarmer Elektrowerkzeuge und Maschinen die Initiative ergriffen und der BG BAU einige ihrer Geräte zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung gestellt. Allein am 30. Oktober wurden insgesamt 220 Maschinen – zunächst befristet auf zwei Jahre – als Dauerleihgabe überreicht.

„Diese gemeinsame Initiative macht es erstmals möglich, künftig schon den beruflichen Nachwuchs für staubarmes Arbeiten zu sensibilisieren, indem sie mit den technischen Möglichkeiten vertraut gemacht werden“, so Arenz.

Arbeitsschutzpaten

Die Geräte wurden an ausgewählte Aufsichtspersonen der BG BAU übergeben, die als „Arbeitsschutzpaten“ den Ausbilderinnen und Ausbildern in den rund 286 überbetrieblichen Ausbildungsstätten der Bauwirtschaft sowie in Meisterschulen zur Arbeitssicherheit beratend zur Seite stehen. Ziel ist es, die Maschinen und Geräte ab sofort in Veranstaltungen zum Thema Arbeitsschutz unmittelbar und praktisch erlebbar vorzuführen.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem gemeinsamen Weg zur ,staubfreien Baustelle‘. Es ist wichtig, insbesondere junge Menschen frühzeitig an das Thema ´staubarmes Arbeiten´ heranzuführen. Das kann nur gelingen, wenn staubarme Techniken und Technologien bereits in die Ausbildung integriert werden“, resümiert Arenz.

Arbeitsschutz durch finanziellen Anreiz

Um den allgemeinen Arbeitsschutz in Betrieben noch stärker zu fördern, hat die BG BAU zusätzlich verschiedene technische Lösungen und Verfahren in den Katalog der Arbeitsschutzprämien aufgenommen. Unternehmen, die die entsprechenden Techniken beziehungsweise Geräte anschaffen, können hierdurch einen finanziellen Zuschuss der BG BAU erhalten.

Diesen Artikel weiterempfehlen

AUTOR
Jan Hell
VERÖFFENTLICHT AM
19.11.2018
Das könnte Sie auch interessieren
Per digitaler Vorschau PV-Systeme auf dem Dach anbringen

Anzeige 27 Okt 2020 Anzeige
Neues Rathaus DD_FL 42 Blitzschutz

AUFTRAGSCHANCE 27 Okt 2020 Dresden
Anforderungen an den Azubi bei Förderung

Neues vom Bau 27 Okt 2020 Bauwirtschaft,...
Interesse an weiteren Neuigkeiten, passend zu Ihrem Gewerk?