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Solarfassade in Litauen erfolgreich getestet


Eines der aufsehenerregendsten Referenzprojekte der europäischen Solarindustrie hat eine große Hürde genommen: Die „SmartFlex Solarfacades“, eine gigantische Glasfassade aus Solarmodulen am Bürogebäude des litauischen Glasherstellers Glassbel, ist erfolgreich getestet worden. Die Planer hatten verschiedene, transparente Solarmodule als „zweite Haut“ um das Gebäude herum installiert, sodass die Gebäudehülle selbst Strom erzeugen konnte.

„Die Referenzanlage zeigt, dass individuelle Solarfassaden nicht nur eine ästhetische, sondern auch ökonomisch sinnvolle Alternative zu anderen Fassadenarten darstellen“, berichtet Dr. Juras Ulbikas, Senior Researcher am litauischen Applied Research Institute for Prospective Technologies (ProTech) und Koordinator des SmartFlex Projektes. Durch die industrielle Fertigung der Module war es möglich, den Preis der Fassade auf 550 Euro pro Quadratmeter zu senken, was dem Preis einer Stein- oder Metallfassade nahe kommt und deutlich billiger als eine Glasfassade ist. Darüber hinaus verbessert die Gebäudehülle das Raumklima, da sie Außenwärme abhält und das Lüften bei Regen und Wind erlaubt.

Natürlich produziert die 600 Quadratmeter große Solarfassade auch Strom, insgesamt 12,5 Megawattstunden im Jahr, bei einer Nennleistung von 15 Kilowatt peak. Bei der Ästhetik konnten sich die beteiligten Architekten voll und ganz ausleben: 15 verschiedene Glas-Glas-Modultypen wurden designt und am Gebäude eingesetzt, das so einen futuristischen und transparenten Anblick bekam.

Die Ergebnisse sollen nun in anderen Projekten und in der Produktentwicklung eingesetzt werden. Das beteiligte Photovoltaik-Institut Berlin (PI Berlin), das für die technische Überwachung zuständig war, hat bereits Pläne in der Schublade: „Wir konnten durch unsere engmaschigen Untersuchungen in der Phase der Inbetriebnahme einige Verbesserungen vorschlagen, die in Teilen der Anlage zu 25% Ertragssteigerung führten. Das Gelernte hilft uns dabei, die Smart-FLeX Produkte in zukünftigen Projekten weiter zu entwickeln“, freute sich PI-Projektleiter Thomas Weber.

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AUTOR
Benedikt Falz
VERÖFFENTLICHT AM
21.08.2017
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