Schäden vermeiden – Ladungssicherung für Handwerker


Jährlich verunglücken mehr als 800 Menschen wegen mangelnder Ladungssicherung. Um Unfälle vorzubeugen, muss auch im Transporter auf eine korrekte Sicherung geachtet werden.

Die Ladung muss gesichert werden, ganz egal wie kurz oder lang die zurückzulegende Strecke ist. Ist das nicht der Fall, kann es bei einem Unfall zu gefährlichen bis tödlichen Verletzungen kommen. Auch Bußgelder, Punkte in Flensburg und teure Materialschäden sind mögliche Folgen. Gerade im Transporter muss auf die richtige Ladungssicherung geachtet werden. Ansonsten reicht schon eine einfache Bodenwelle aus und die Massekräfte, die durch die Schnelligkeit und Wendigkeit eines Transporters wesentlich höher sind als bei einem LKW, sorgen dafür, dass sich das Material zu gefährlichen Geschossen entwickelt.

Gesetzliche Regelung der Ladungssicherung

Grundsätzlich regelt die Straßenverkehrsordnung (StVO), wie die Ladung gesichert werden muss. Hiernach sollte die Ladung generell so gesichert und verstaut werden, dass sie nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen könnte. Diese Reglungen gelten für den normalen Fahrbetrieb, aber natürlich auch für Situationen wie Vollbremsungen oder Ausweichmanöver. In der StVO finden sich auch genaue Angaben dazu, wie hoch und breit ein Fahrzeug maximal beladen sein und wie weit die Ladung nach vorn, hinten und zur Seite höchstens hinausragen darf. Die Verantwortung für die Sicherung trägt übrigens derjenige, der den Schaden oder den verkehrsunsicheren Zustand verschuldet hat. Das ist in der Regel der Fahrer oder auch der Fahrzeughalter. Je nach Fall kann es aber auch der Betriebsinhaber, Absender oder Verlader sein.

Pflichten und Aufgaben von Fahrzeughalter und Fahrer

Für den Zustand des Fahrzeugs ist der Halter verantwortlich. Das bedeutet, dass er vor Fahrantritt dafür sorgen muss, dass es sich in einem verkehrstauglichen Zustand befindet und für den konkreten Transport geeignet ist. Auch muss er die entsprechenden Ladungssicherungsmittel zur Verfügung stellen. Die regelmäßige Kontrolle der Ausrüstung und des Fahrzeugs zählt ebenso zu den Aufgaben des Halters. Weiter ist es die gesetzliche Pflicht des Fahrzeughalters den Fahrer einzuweisen und zu schulen, insbesondere bei Gefahrguttransporten. Sicherheit bieten vor allem Betriebsanweisungen, die aufzeigen, wie Arbeitsmaterial und Werkzeuge zu verladen sind.

Der Fahrer selbst hat vor Fahrtantritt die Lastverteilung und Ladungssicherung zu überprüfen, auch wenn ein Kollege oder ein Kunde die Sicherung der Ladung übernommen hat. Findet er Mängel vor, muss er die Durchführung des Transports verweigern. Ansonsten geht er ein großes Haftungsrisiko ein. Während der Fahrt – und vor allem nach steilen Kurven, Schlaglöchern und Bremsmanövern – sollte er die Ladung regelmäßig kontrollieren. Je nach Art der Ladung sollte aber auch das Fahrverhalten angepasst werden.

Wer seine Ladung nur mangelhaft sichert und von der Polizei angehalten wird, dem drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 200 Euro sowie Punkte in Flensburg.

Die Ladung richtig sichern

Grundlegend gilt: Entweder wird formschlüssig oder kraftschlüssig gesichert. Abhängig von der Art der Ladung können diese beiden Methoden aber auch kombiniert werden. Unabhängig von der Variante müssen die zulässigen Abmessungen nach StVO und Achslasten immer beachtet werden. Darüber hinaus müssen schwere Gegenstände immer zuerst eingeladen werden. Beim Transport von Werkzeug oder anderen Kleinteilen ist es sinnvoll eine professionelle Einbaulösung zu wählen.

Formschlüssige Ladungssicherung

Beim Transport von mehreren Elementen müssen diese so aneinander gereiht werden, dass sie sich gegenseitig stützen. Wenn die Kisten oder Kartons auf der Ladefläche verteilt und nicht gestapelt werden, gelingt so die Sicherung. Für zusätzliche Bodenhaftung kann eine Anti-Rutschmatte sorgen. Die Ladung muss immer in alle Richtungen gesichert werden. Die Stirn- oder Bordwand dient hierbei als Festpunkt. Eine sinnvolle Unterstützung können darüber hinaus Sperrbalken sein, die an entsprechenden Lochschienen in der Seitenwand oder der Ladefläche befestigt werden. Beim sogenannten Diagonalzurren werden an der Ladung vier vorgespannte Zurmittel angebracht. Die Haltekraft verhindert ein Verrutschen der Ladung.

Kraftschlüssige Sicherung

Bei dieser Form der Sicherung wird die Ladung durch Zurmittel wie Spanngurte oder Netze niedergezurrt – die Ladung wird auf den Boden gepresst. Das Ladungssicherungsmittel muss direkt an der Ladung anliegen, ansonsten ist die Sicherung nicht gewährleistet. Hierbei macht es Sinn, die Karosserie und Befestigungspunkte im Vorfeld darauf zu prüfen, ob sie für die Belastung ausgelegt sind. Von besonderer Bedeutung bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung ist der sogenannte Zurrwinkel. Je flacher der Winkel des Spanngurtes ist, desto weniger Anpresskraft überträgt der Gurt auf die Ladung. Empfohlen wird ein Winkel von mindestens 35 Grad.

Hat man seine Ladung vorschriftsmäßig gesichert, bleibt immer noch das Überprüfen und Nachziehen der Gurte nach ein paar Kilometern.

Diesen Artikel weiterempfehlen

AUTOR
Anna Surma
VERÖFFENTLICHT AM
09.11.2018
Das könnte Sie auch interessieren
Per digitaler Vorschau PV-Systeme auf dem Dach anbringen

Anzeige 27 Okt 2020 Anzeige
Art der Leistung: Neubau Schmutzwasseranschluss und Verlängerung der Gas-Netzleitung

AUFTRAGSCHANCE 28 Okt 2020 Schwerin
Digitalisierung im SHK-Handwerk

Neues vom Bau 27 Okt 2020 Heizung, Klima und Lüftung,...
Interesse an weiteren Neuigkeiten, passend zu Ihrem Gewerk?