Mehr Unterstützung bei Dachausbauten gefordert


Die Bundesregierung will bis 2021 die Voraussetzungen für den Bau von rund 1,5 Millionen Wohnungen schaffen. Dachausbauten können helfen, wenn sie gefördert werden.

Bis zum Ender der aktuellen Legislaturperiode hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Voraussetzungen zum Bau von rund 1,5 Millionen neuen Wohnungen schaffen. „Allein durch Dachausbauten und Aufstockungen auf bestehende Wohngebäude können über eine Million neue Wohnungen entstehen“, erklärt hierzu der Geschäftsführer des Fachverbandes Mineralwolleindustrie (FMI), Dr. Thomas Tenzler. „Wenn das gesteckte Ziel erreicht werden soll, muss die Bundesregierung auch den Gebäudebestand in den Fokus ihrer Anstrengungen rücken. Dafür ist der anstehende Wohngipfel im Bundeskanzleramt eine geeignete Plattform.“

Zwar sind sich Experten und Politik darin einig, dass es für eine Entspannung des deutschen Wohnungsmarktes vor allem in Groß- und Universitätsstädten sowie Ballungszentren deutlich mehr Wohnungsneubauten braucht. Und auch, dass hierfür steuerliche Anreize, Planungssicherheit, mehr Fachkräfte sowie langfristige Planbarkeit erforderlich sind. Allerdings stellt die mangelnde Verfügbarkeit von Bauland vor allem in Ballungsgebieten ein besonders großes Problem dar. „Dachausbauten und Aufstockungen auf bestehende Wohngebäude können zur Lösung dieses Problems einen wichtigen Beitrag leisten. Sie haben den großen Vorteil, dass keine neuen Grundstücke ausgewiesen werden müssen und kein zusätzliches Bauland benötigt wird“, so der FMI-Geschäftsführer.

Studien liegen seit 2015 vor

Schon im Jahr 2015 konnten die TU Darmstadt und das IPS Pestel Institut in einer Studie aufzeigen, dass rund 580.000 Mehrfamilienhäuser für Aufstockungen oder den Ausbau des Daches geeignet sind. Um auf dieses Potenzial aufmerksam zu machen, hat der Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. gemeinsam mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. und dem Bundesverband der Gipsindustrie e.V. bereits Anfang 2018 die „100 Tausend Dächer-Initiative“ ins Leben gerufen.

Da möglichen Aufstockungen oftmals Vorschriften beim Planungsrecht und zu geringe finanzielle Anreize im Wege stehen, fordert der FMI die Wohngipfel-Teilnehmer des Bundes, der Länder und Kommunen auf, eine beschleunigte Aufstockung geeigneter Gebäude zu unterstützen. „Die Politik muss sich hier bewegen und schnell die Rahmenbedingungen verbessern, wenn sie dieses große Potenzial für ihre selbstgesteckten Ziele nutzen möchte“, erklärt Dr. Thomas Tenzler.

Gefordert werden:

  • flexible Regelungen für die Stellplatzversorgung,
  • mögliche Überschreitung der zulässigen Geschossflächenanzahl ohne zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen,
  • Überprüfung von abstandsflächenrechtlichen Regelungen,
  • Beibehaltung des Bestandsschutzes,
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung,
  • Flexible Entscheidungen über den Einbau eines Aufzuges,
  • beim Brandschutz den zweiten Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr,
  • Dämpfung der höheren Planungs- und Beratungskosten durch eine Förderung von 5.000 Euro pro Gebäude sowie
  • Kombination und Kumulation der KfW-Programme 153 (Bauen) und 151, 430, 431, (Sanieren) und ggf. 159, 455 (Altersgerecht Umbauen) ermöglichen

Diesen Artikel weiterempfehlen

AUTOR
Jan Hell
VERÖFFENTLICHT AM
19.10.2018
Das könnte Sie auch interessieren
„Diese erfreuliche Entwicklung gilt es zu stärken und nicht abzuwürgen!“

Neues vom Bau 16 Nov 2018 Bauwirtschaft,...
Neubau von 2 Doppelhaushälften

AUFTRAGSCHANCE 08 Nov 2018 Greven
Aufforderung an den Landtag NRW: Straßengebühren abschaffen

Neues vom Bau 16 Nov 2018 Bauwirtschaft,...
Interesse an weiteren Neuigkeiten, passend zu Ihrem Gewerk?