Mehr Schutz auf Baustellen – zum höheren Preis


Die „technischen Regeln für Betriebssicherheit“ wurden neu erfasst und stellen neue Regeln zur Arbeitssicherheit im Gerüstbau auf. Für Betriebe könnte dies teuer werden.

Für die neuen Regelungen gilt: nicht nur neue Techniken zur Sicherung der Arbeiter, sondern auch deren Verhalten in bestimmten Situationen selbst spielt eine große Rolle. Dafür haben sich die Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk und der Bundesverband Gerüstbau eingesetzt. Das neue Regelwerk ist eine Überarbeitung eines bereits bestehenden Entwurfs. Nach Kritiken der Fachverbandsvertreter, dass die Regeln zu sehr auf die technischen Sicherungsmaßnahmen setzen und dies in vielen Situationen nicht für genug Schutz sorgen würden, steht jetzt ein überarbeitetes Regelwerk fest.

Unverzichtbare Investitionen sind nötig

Einige der neuen Punkte werden in den Betrieben wahrscheinlich auf ungenügende Voraussetzungen treffen, was nach Befürchtungen der Bundesinnung und des Bundesverbandes Gerüstbau hohe Kosten für die Betriebe verursachen könnte. Es sei allerdings sinnvoll, in diesen Bereich zu investieren und die eventuell bestehenden Lücken in der Arbeitssicherheit zu schließen, um Unfälle zu vermeiden. Auch greift der technische Ansatz für die Bundesinnung und den Bundesverband Gerüstbau zu kurz, vor allem weil das Regelwerk einige Teile von Gerüstbauformen nicht beachtet.

Neues Regelwerk betrifft alle Beteiligten an der Baustelle

Der Verband unterstützt den Slogan „Nie mehr ohne!“, um hiermit ein Umdenken bei den Betrieben zu erreichen, falls vorher nicht ausreichend auf Schutzmaßnahmen geachtet wurde. „Trotz der kritischen Haltung zu ihrem Inhalt sehen wir mit der neuen TRBS 2121 eine Chance zur weiteren Steigerung der Arbeitssicherheit im Gerüstbau“, betonte Marcus Nachbauer, Präsident des Bundesverbandes Gerüstbau und Bundesinnungsmeister. Nach ihm sollten sich alle Baubeteiligten auf die Regelungen einstellen: sowohl Auftraggeber, Gerüsthersteller als auch Gerüstnutzer. Ein funktionierendes Arbeitsschutzsystem ist laut dem Verband die beste Vorsorge im Betrieb. Das neue Regelwerk solle zum Anlass dafür genommen werden, die Umsetzung des Arbeitsschutzes im eigenen Betrieb zu überprüfen.

Veränderungswunsch reicht weiter zurück

Bereits 2016 hat sich die Arbeitsgruppe an eine Erweiterung der bestehenden technischen Regeln zur Betriebssicherheit gemacht. Diese Gruppe besteht aus Vertretern der Berufsgenossenschaften, Landesarbeitsschutzbehörden, Gewerkschaft und Handwerksverbänden. Nach über zwei Jahren Diskussion stand dann im November 2018 fest, dass das Regelwerk neu verfasst werden soll. Seitdem wartet man auf die Veröffentlichung des Dokuments.

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AUTOR
Jacqueline Segeth
VERÖFFENTLICHT AM
26.02.2019
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