IG BAU fordert Angleichung des Mindestlohns bei gelernten Malern und Lackierern


Bereits seit vielen Jahren gilt im Baugewerbe, speziell bei Malern und Lackierern, ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn. Dabei wird zwischen dem Mindestlohn I, welcher für alle ungelernten Arbeitnehmer im gesamten Bundesgebiet gilt, und dem Mindestlohn II, der für alle gelernten Arbeitnehmer Anwendung findet, unterschieden. Zudem unterscheidet der Mindestlohn II zwischen West, Ost und Berlin. Um zukünftig auch für Gesellen ein bundesweit einheitlichen Mindestlohn zu erreichen, kämpft die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) aktuell um eine Angleichung.

Dabei verlief die erste Mindestlohn-Tarifrunde im Maler und Lackiererhandwerk ergebnislos. Bisher konnten die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz (BV Farbe) keine Einigung für die insgesamt rund 200.000 Maler und Lackierer erzielen. „Ein Knackpunkt der Verhandlung war die Angleichung des Mindestlohns für Gesellen im Osten an den im Westen. Wir meinen, die gleiche Bezahlung in Ost wie West ist mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung überfällig“, wird der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers auf meistertipp.de zitiert.

So liegt der Mindestlohn I für ungelernte Arbeitnehmer derzeit in Ost und West bei einheitlichen 10,10 Euro. Der Mindestlohn II unterscheidet sich hingegen in West mit 13,10 Euro, Berlin mit 12,90 Euro und Ost mit 11,30 Euro.

Die Ablehnung der Angleichung trifft beim IG BAU-Vorsitzenden auf große Verwunderung: „Dabei ist es in ihrem eigenen Interesse, vernünftige Mindestlöhne abzuschließen. Die gelten für alle Betriebe und ordnen den Wettbewerb in der Branche. Gleichzeitig helfen sie, den Druck auf unsere Tariflöhne zu verringern.“ Daher wird die IG BAU auch weiterhin für den Abriss der „Lohnmauer“ bis spätestens 2020 kämpfen.

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AUTOR
Jan Hell
VERÖFFENTLICHT AM
05.12.2016
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