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Höhere Gaspreise durch US-Sanktionen?


Durch das umstrittene Gesetz von US-Präsident Donald Trump, welches eine Reihe von neuen Sanktionen gegen Russland beinhaltet, könnten auch beträchtliche Auswirkungen auf den europäischen Gasmarkt zukommen. Dies erwarten zumindest die Tarifexperten von Verivox.

Mit dem neuen Gesetz müssten europäische Energiefirmen in den USA Strafen fürchten, wenn sie sich an der Instandhaltung oder dem Ausbau von Gaspipelines aus Russland beteiligen. Dies trifft auch auf das Pipeline-Projekt „Nord Stream 2“ zu, das auch Deutschland mit Gas versorgt. Die Bundesrepublik und die EU-Kommission lehnen daher die Sanktionen ab und werfen der US-Regierung in erster Linie eigennütziges wirtschaftliches Interesse vor. So solle Europa zukünftig mehr verflüssigtes Erdgas aus den USA anstatt aus Russland beziehen.

Aktuell wird rund 40 Prozent des deutschen Gasbedarfs von Russland abgedeckt. 29 Prozent stammen aus den Niederlanden und rund 21 Prozent aus Norwegen. Importe aus den USA spielen jedoch noch keine nennenswerte Rolle.

„Weltweit werden immer neue Gasfelder entdeckt und es wird immer mehr Erdgas gefördert. Das Überangebot führt zu sinkenden Preisen und einem verstärkten Kampf um Absatzmärkte und Marktanteile“, wird Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox, auf der offiziellen Firmenhomepage zitiert.

So befinden sich die Gaspreise seit Jahren in einem anhaltendem Sinkflug: Im Fünf-Jahres-Vergleich ist der Durchschnittspreis insgesamt um knapp 36 Prozent gefallen, an den Spotmärkten an der deutschen Grenze sogar um 45 Prozent. Dies machte sich auch auf die durchschnittlichen Preise pro Kilowattstunde für private Haushalte bemerkbar. Im gleichen Zeitraum sanken die Preise von 6,61 Cent auf 5,80 Cent pro Kilowattstunde, was einem Preisfall von rund 12 Prozent entspricht.

„Direkte Gaspipelines nach Russland machen Deutschland auch weiterhin zu einem wichtigen Knotenpunkt auf dem europäischen Gasmarkt. Der Ausbau könnte die örtlichen Preise noch weiter senken. Erdgas aus Amerika kommt hingegen in LNG-Tankern, die vor allem andere europäische Länder ansteuern“, erklärt Köster-Niechziol. Die langfristigen Auswirkungen auf den europäischen Markt seien daher noch unklar. Für private Verbraucher in Deutschland sei mittelfristig aber keine Umkehr des Trends sinkender Gaspreise zu erwarten, so Köster-Niechziol.

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AUTOR
Jan Hell
VERÖFFENTLICHT AM
17.08.2017
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