Helden am Bau
Deine baustellen. Deine infos. DEINE REGION.

Experten erwarten Normalisierung des Wohnungsbaus


Der Aufschwung im deutschen Wohnungsbau ist noch immer deutlich spürbar, die Wachstumsraten dürften sich ab 2018 jedoch wieder normalisieren. Dies geht zumindest aus der aktuellen Jahresanalyse 2017/2018 von BauInfoConsult hervor.

Demnach werde sich die Normalisierung vor allem im Geschosswohnungsbau zeigen, dessen Markt 2018 nach neun Jahren erstmals wieder schrumpfen wird. Lediglich der ostdeutsche Geschosswohnbau stellt hierbei eine Ausnahme dar, so die Experten von BauInfoConsult. Trotz dieser Prognosen ist das Wachstum im Mehrfamilienhausbau jedoch nicht gefährdet. Denn im Drei- und Mehrfamilienhausbau sieht die Ausgangslage derzeit wesentlich günstiger aus.

Die Verknappung auf vielen lokalen Mietmärkten sorgt zusammen mit der günstigen Zinssituation immer noch dafür, dass der Bau neuer Wohnobjekte für Investoren auch weiterhin noch attraktiv bleibt. So sei für 2017 insgesamt mit rund 15.450 neuen Gebäuden in diesem Segment zu rechnen, was einem Anstieg der Fertigstellungen um rund ein Viertel entspricht.

Nichtsdestotrotz ist die Genehmigungsentwicklung auch im Mehrfamilienhausbau zuletzt etwas abgeflacht und zeigte an verschiedenen Stellen gewisse Sättigungserscheinungen. Daher rechnet BauInfoConsult 2018 bei den Drei- und Mehrfamilienhäusern mit einem Fertigstellungsrückgang von 4,5 Prozent.

Für die Branche sei dies jedoch kein Grund zur Beunruhigung und eher ein Zeichen für einen gesunden Markt ohne Überhitzungserscheinungen. „Man darf nicht vergessen, dass das Drei- und Mehrfamilienhaussegment sich laut unserem Prognoseszenario 2018 (direkt hinter dem Vorjahr 2017) auf dem zweithöchsten Fertigstellungsniveau in diesem Jahrhundert bewegen würde“, wird BauInfoConsult-Geschäftsführer Jan-Paul Schop auf der Firmenhomepage zitiert. Auch langfristig seien die Aussichten im Geschosswohnbau günstig. „Dafür sprechen die weiterhin hohe Wohnraumnachfrage, das langsam einsetzende Engagement der öffentlichen Hand im Hochbau und die zunehmende Bevölkerungsverdichtung im urbanen Raum – also im klassischen Geschosswohnbaugebiet“, so Schop.

Vor allem im norddeutschen Raum, speziell in Schleswig-Holstein, werde das Geschossneubauniveau 2018 beträchtlich sinken. Im Westen und Süden werde es hingegen nur leicht abgebremst. Lediglich im Osten der Republik ist die Wohnungsbau-Tendenz bis 2020 überwiegend positiv.

Teilen

AUTOR
Jan Hell
VERÖFFENTLICHT AM
21.08.2017
Das könnte Sie auch interessieren