EU-Parlament beschließt Ausweitung der Tachographenpflicht


Der Zwang zur Nutzung von Tachographen in der EU wurde nun auch auf Fahrzeuge zwischen 2,4 und 3,5 Tonnen erweitert. Wir klären, welche Folgen dies für das Handwerk hat.

Fahrtenschreiber gibt es nur in Lkws und Bussen? Falsch gedacht, denn fast alle gewerblich genutzten Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht müssen einen so genannten Tachographen besitzen. Diese Pflicht wurde nun vom EU-Parlament auf Fahrzeuge ab 2,4 Tonnen ausgeweitet, wenn diese zum grenzüberschreitenden Transport genutzt werden.

Auch kleinere Transporter betroffen

Damit sind nun auch kleinere Transporter und nicht nur Lastkraftwagen vom Zwang zur Nutzung eines Fahrtenschreibers betroffen. Bislang galt die Tachographenpflicht nur für 3,5-Tonner. Für Handwerker gab es allerdings schon seit Jahren Ausnahmen: So konnten sie auf einen Tachographen verzichten, wenn sie innerhalb eines Radius‘ von 100 Kilometern um den eigenen Betrieb unterwegs waren, das Fahrzeug nicht schwerer als 7,5 Tonnen war und das Fahren nicht die Hauptbeschäftigung des Fahrers war.

Nun gelten diese Regelungen also auch für kleinere Transporter. Allerdings hat sich das Parlament gegen eine allgemeine Ausweitung entschieden, sodass nur grenzüberschreitende Transporte betroffen sind. Für alle Unternehmer, die innerhalb ihres Heimatlands unterwegs sind, ändert sich damit nichts.

Kritik von Handwerksverbänden

In Grenzregionen könnte dies allerdings Probleme mit sich bringen, da Handwerker hier auch im Ausland tätig sind und somit unter die neue Tachographenpflicht fallen können. „Diese Entscheidung bedeutet für unsere kleinen und mittleren Handwerksbetriebe zusätzliche bürokratische Belastungen und konkrete Einschränkungen in ihrer Mobilität. Die EU-Abgeordneten sollten mehr Sinn für die Realität und betriebliche Notwendigkeiten von Handwerksbetrieben beweisen“, kommentierte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), die Entscheidung.

Dabei stört die deutschen Handwerksvertreter vor allem die Tatsache, dass die Lenkzeiten, die die Tachographenpflicht überwachen soll, im Handwerk gar keine Rolle spielen. „Um zu einer Baustelle zu gelangen oder die Brötchen an Backfilialen und Geschäfte auszuliefern, werden keine Berufsfahrer eingestellt, sondern die Handwerker setzen sich selbst hinters Steuer. Sie fahren also direkt zum Ausführungsort und erledigen dort den Auftrag - die Lenkzeiten spielen dabei eine völlig untergeordnete Rolle“, meint Schwannecke.

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AUTOR
Benedikt Falz
VERÖFFENTLICHT AM
26.06.2018
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