Erfolgreiche Mindestlohn-Tarifrunde im Bauhauptgewerbe


Insgesamt 14 Stunden dauerte es, bis sich die Tarifvertragsparteien auf die Erhöhung der Mindestlöhne für das Bauhauptgewerbe einigen konnten.

Nach mehrfach gescheiterten Versuchen sich auf einen neuen Mindestlohn am Bau zu einigen, konnten die Tarifvertragsparteien in ihrer letzten Verhandlungsrunde endlich einen Kompromiss erzielen. Demnach steigen Mindestlohn 1 und Mindestlohn 2 jeweils in zwei Schritten um vier und 1,7 Prozent. Um die Sicherung des fairen Wettbewerbs zu gewährleisten, soll der Mindestlohn regelmäßig überprüft werden.

Um Mitternacht am 18. Oktober fielen Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die Arbeitgeberverbände, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sowie der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) eine Entscheidung:

Mindestlöhne steigen um bis zu vier Prozent

Der Mindestlohn 1 im Bauhauptgewerbe steigt ab 1. Januar 2018 in zwei Stufen von zunächst 11,30 Euro auf 11,75 Euro und ab März 2019 auf 12,20 Euro. Insgesamt entspricht dies einem Anstieg um vier Prozent. Der Mindestlohn 1 gilt dabei für das gesamte Bundesgebiet für Helfertätigkeiten am Bau.

Der Mindestlohn 2 soll ebenfalls in zwei Stufen angehoben werden. In der ersten Stufe steigt er ab 1. Januar 2018 von 14,70 Euro auf 14,95 Euro und in der zweiten Stufe ab März 2019 auf 15,20 Euro. Insgesamt entspricht dies einer jährlichen Steigerung von rund 1,7 Prozent. Der Mindestlohn 2 gilt für Facharbeiter in den westlichen Bundesländern.

Einigung auf neuen Mindestlohn soll fairen Wettbewerb sichern

Die Tarifvertragsparteien zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Die Verhandlungen standen mehrfach vor dem Scheitern. Das hätte einen Mindestlohn von 8,84 Euro bedeutet. Mit diesem Ergebnis haben wir einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des fairen Wettbewerbs und fairer Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten am Bau erzielt“, wird der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers auf der IG BAU-Homepage zitiert.

Auch der Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Andreas Schmieg, äußerte sich positiv: „Der nach schwierigen Diskussionen gefundene Kompromiss trägt der guten Baukonjunktur Rechnung und stärkt zugleich die Attraktivität der Baubranche für Nachwuchskräfte und sichert die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Bauunternehmen gegenüber europäischen Mitbewerbern“, wird Schmieg auf der HDB-Homepage zitiert. Zudem soll eine Expertenkommission zur Kontrolle des Mindestlohns eingesetzt werden.

Die neue Tarifvereinbarung ist auf zwei Jahre festgeschrieben und läuft bis zum 31.12.2019. Die Erklärungsfrist endet am 3.11.2017. Der bisherige Mindestlohn ist noch bis zum Ende des Jahres allgemeinverbindlich. Erst danach muss der neue Mindestlohn durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erneut als allgemeinverbindlich erklärt werden.

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AUTOR
Jan Hell
VERÖFFENTLICHT AM
30.10.2017
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