Bestätigt: Bau-Arbeitgeber akzeptieren Schlichterspruch


Der Tarifstreit im deutschen Bauhauptgewerbe hat ein Ende: Die Arbeitgebervertreter haben dem Schlichterspruch zugestimmt. Dies bedeutet Lohnerhöhungen um 5,7 Prozent.

Lang hat es gedauert, doch nun steht der neue Tarifvertrag für das deutsche Bauhauptgewerbe. Nach der Zustimmung der Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU) haben nun auch die beteiligten Arbeitgebervertreter, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), den Schlichterspruch vom 12. Mai 2018 akzeptiert.

Damit können sich Beschäftigte im Westen auf 5,7 Prozent mehr Lohn, im Osten sogar auf 6,6 Prozent jetzt und 0,8 Prozent 2019 einstellen. Darüber hinaus erhalten Arbeitnehmer im Westen 1100 Euro und im Osten 250 Euro in Einmalzahlungen. Festgelegt sind außerdem Raten für ein festes 13. Monatsgehalt und eine höhere Ausbildungsvergütung.

„Kaum zu verkraften“

Nach Aussagen der Arbeitgeberverbände sei diese Entscheidung nur schwer umsetzbar, trotzdem habe man sich für die Einigung entschieden. „Unsere Mitglieder haben sich mit ihrer Zustimmung nicht leicht getan. 5,7 Prozent plus Einmalzahlungen sind für viele Bauunternehmen kaum zu verkraften, denn die Baukonjunktur verläuft regional und branchenbezogen sehr unterschiedlich“, so ZDB-Vizepräsident Frank Dupré. Die Angst vor Arbeitskämpfen und die lange Laufzeit von 26 Monaten hätten aber dann doch den Ausschlag für die Zustimmung gegeben.

Auch Andreas Schmieg, Vizepräsident Sozialpolitik des HDB, zeigte sich zwiegespalten. Zwar sei die Lohnerhöhung deutlich über dem ursprünglichen Angebot, doch biete ein langer Tarifvertrag viel Planungsfreiheit. Er freute sich auch, dass man sich auf eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 65 Euro habe einigen können, was die Branche attraktiver für Nachwuchskräfte mache.

Gewerkschaft zufrieden

Im Gegensatz zur Unzufriedenheit bei den beiden Verbänden zeigte sich die Gewerkschaft höchst erfreut über den Vertragsschluss und stimmte den Schiedsspruch schon am 26. Mai 2018 zu. „Wir haben einen qualitativ hochwertigen Tarifvertrag abgeschlossen, den die Beschäftigten mit ihrer fachlichen Leistung gerade jetzt in der Hochkonjunktur mehr als verdient haben“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

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AUTOR
Benedikt Falz
VERÖFFENTLICHT AM
15.06.2018
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