Baugewerbe leidet unter mafiösen Strukturen


Nach der bundesweiten Großrazzia gegen illegale Beschäftigung meldet sich nun auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) zu Wort.

„Die deutsche mittelständische Bauwirtschaft mit ihren mehreren zehntausend Betrieben leidet unter illegaler Beschäftigung und ihren mafiösen Strukturen. Wir fordern daher, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit endlich personell und finanziell ausreichend auszustatten, um Großbaustellen und verdächtige Firmen häufiger kontrollieren zu können“, kommentierte ZDB-Präsident Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein die Ende Januar deutschlandweit durchgeführte Großrazzia gegen illegale Beschäftigung.

„Die öffentliche Hand muss darüber hinaus ihre Vergabepraxis überprüfen. Es kann gerade bei öffentlichen Aufträgen nicht sein, dass das billigste Angebot zum Zuge kommt, das nur deshalb so billig ist, weil Schwarzarbeiter beschäftigt werden. Die mittelständischen Bauunternehmen, die hier im Lande Menschen beschäftigen, Tariflöhne bezahlen sowie Steuern und Sozialabgaben entrichten, haben dann das Nachsehen.“

Falsche Empörung

Loewenstein titulierte die öffentliche Empörung als scheinheilig, da sie verdränge, dass trotz Baubooms die Preise der rechtstreuen Betriebe nicht auskömmlicher geworden seien. „Solange es immer noch einen gibt, der - aus welchen Gründen auch immer - auf illegale Beschäftigung setzt, solange werden wir über Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung zu sprechen haben. Die seriös arbeitende Bauwirtschaft kann das Problem nicht lösen. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Er bleibt daher aufgefordert, mit all seinen Verwaltungszweigen Recht und Gesetz durchzusetzen.“

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AUTOR
Jan Hell
VERÖFFENTLICHT AM
07.02.2018
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