Darauf haben sich Arbeitgeberseite und Mindestlohnkommission geeinigt. Bis Mitte 2022 soll der Mindestlohn in vier Schritten auf 10,45 Euro steigen.

Seit 2015 gibt es in Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn. Angefangen hat er bei 8,50 Euro die Stunde, mittlerweile liegt er bei 9,35 Euro. Nun hat die Bundesregierung der Empfehlung der Mindestlohnkommission von Ende Juni zugestimmt. Bis Mitte 2022 wird der Mindestlohn in vier Schritten auf 10,45 Euro pro Stunde steigen. „Die von der Mindestlohnkommission vorgeschlagene Anpassung orientiert sich an der Tarifentwicklung, berücksichtigt aber zugleich auch die wirtschaftlichen Unsicherheiten der Corona-Pandemie“, teilte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach dem Kabinettsbeschluss mit. Doch ist das Ziel damit noch nicht erreicht. Auf mittlere Sicht sehe Heil noch weitere Erhöhungen. „Daher werden wir auf Grundlage der Mindestlohn-Evaluation Vorschläge machen, um das Mindestlohngesetz weiterzuentwickeln, damit der Mindestlohn schnell weiter steigen kann“.

In vier Schritten zu 10,45 Euro pro Stunde

Zum 1. Januar 2021 wird der Mindestlohn zunächst auf 9,50 Euro steigen und zu Beginn des zweiten Halbjahres wird er auf 9,60 angezogen. Zum 1. Januar 2022 wird der Mindestlohn um weitere 22 Cent angehoben, um dann zu Mitte 2022 das vorläufige Ziel der 10,45 Euro pro Stunde zu erreichen. Die schrittweise Erhöhung trage dazu bei, die entsprechende Lohnkostensteigerung für die Unternehmen „tragfähig zu verteilen und zugleich den Mindestschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den nächsten zwei Jahren konstant zu verbessern“, so Heil. Zur Festlegung des Mindestlohns wurde sich an den Tarifentwicklungen der vergangen zwei Jahre orientiert. Die Mindestlohnkommission, bestehend aus Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, hat zudem die Corona-Krise in ihre Überlegungen mit einfließen lassen. Aus diesem Grund wurde sich auf eine zunächst geringe Erhöhung des Mindestlohns geeinigt, um am Ende eine höhere Anpassung zu erreichen.