Ist die Absturzkante weniger als einen Meter hoch, haftet der Chef in der Regel nicht. Die Unfallversicherung muss die Kosten des Schadens tragen.

Ein Mitarbeiter eines Malerbetriebs ist von der dritten Stufe einer Treppe ohne Absturzsicherung, also etwa aus 50 cm Höhe gestürzt. Dabei hat er sich erheblich verletzt. Die Unfallversicherung zahlte den Schaden, forderte aber vom Betriebsinhaber einen Ersatz der Kosten. Doch die Forderung blieb vor allen Instanzen erfolglos. „Bei einem Sturz wie hier von der dritten Treppenstufe aus 50 cm Höhe ist nicht mit einem tödlichen Verlauf zu rechnen; entsprechend hat sich auch im Streitfall der Geschädigte zwar erheblich, aber doch bei weitem nicht lebensgefährlich verletzt“, lautet das Urteil wörtlich. Deswegen besteht bis zu einer Höhe von einem Meter keine Absicherungspflicht. Bei grob fahrlässigem Verhalten des Betriebs kann es zwar auch passieren, dass dieser bei einem Absturz von weniger als einem Meter zahlen muss, doch nicht jeder Verstoß gegen die Unfallverhütungsvorschrift ist grob fahrlässig. Außerdem wäre dieser Unfall auch passiert, wenn die Treppe besser abgesichert gewesen wäre.