Die Corona-Krise bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, aber auch die Chancen, die sie dem Handwerk eröffnet, dürfen nicht übersehen werden.

Aus diesem Grund stellt die Internationale Handwerksmesse (ihm) gemeinsam mit dem Trendforscher Peter Wippermann unter dem Motto „Trendmap Handwerk – das Corona-Update“ acht aktuelle Trends und Wachstumsfelder auf www.trendmap-handwerk.de vor. „Mit der Trendmap Handwerk sollen Handwerksbetriebe positive Impulse und neue Perspektiven für ihr Geschäft erhalten“, erklärt Prof. Peter Wippermann. „Die Corona-Pandemie hat eine rasante Beschleunigung in der digitalen Technologie mit sich gebracht. Das ortsungebundene Arbeiten schafft mehr Handlungsspielräume im Betrieb, die Digitalisierung hat sich um fünf Jahre beschleunigt und durch berührungslose Tools entstehen neue Märkte für das Handwerk.“ Folgende drei Punkte werden auf der Trendmap detailliert beschrieben:

New Normal – das neue Verständnis von Höflichkeit

Eine dieser neuen Entwicklungen nennt sich New Normal: Nicht mehr Händeschütteln und Small-Talk wird als höflich empfunden, sondern Abstand halten. Und das können sich Handwerksbetriebe zu Nutzen machen, indem sie beispielsweise mit ihrem Hygienekonzept werben. Eine konsequente Gestaltung der Kundenbeziehung und Transparenz zum Thema Gesundheit werden so zu einem wirklichen Wettbewerbsvorteil. Der gesundheitsbewusste Kunde möchte beispielsweise kein Beratungsgespräch mehr, in dem er dem Handwerker im Tisch gegenübersitzt, sondern über Videokonferenz.

Remote Working

Mobiles, flexibles und ortsungebundenes Arbeiten war erst ein Mittel der Not. Mitarbeiter in der Kundenbetreuung, im Personalmanagement und der Projektplanung haben von zu Hause aus gearbeitet, über cloud-basierte Kollaborationsplattformen wurde der Kontakt gehalten und besonders wichtig wurde ein sicherer Zugriff auf das Firmennetzwerk, auch vom heimischen Computer aus. Doch wie die aktuelle, repräsentative DAK-Studie zeigt, kommt das bei den Mitarbeitern gut an. Die Hälfte ist begeistert, dass Smartphone, Laptop und Videokonferenz Einzug in den Arbeitsalltag erhalten haben und ein Viertel wünscht sich auch nach der Krise weiterhin teilweise von zu Hause aus arbeiten zu können. Auch die Bundesregierung plant, den Anspruch auf Heimarbeit gesetzlich zu verankern. Eine gute digitale Infrastruktur und Ausrüstung der Mitarbeiter ist zwingend erforderlich für ein reibungsloses Remote Working und damit auch für die Mitarbeiterzufriedenheit und den Unternehmenserfolg.

Finger weg! - Touchless Technologies

Natürlich hat es berührungslose Türen, Schalter und Armaturen auch schon vor der Corona-Krise gegeben, doch erleben sie zurzeit eine nie dagewesene Nachfrage. Nach der Krise, wenn sich die finanzielle Lage vieler Menschen wieder entspannt, kann wohl mit einer noch höheren Nachfrage gerechnet werden. Aber auch das Bezahlen mit dem Handy oder Tools für mobiles Ein- und Auschecken erleben diesen Aufschwung. Alles steht unter der Prämisse: Hauptsache nicht anfassen. Dies eröffnet ein wichtiges Wachstumsfeld für das Handwerk im Innenausbau, in der Elektrotechnik und der Sanitärtechnik.