Was in Beckum über der neuen Baustelle kreist, sieht zwar aus wie ein riesiger Sahnespritzbeutel, doch kommt darauf keine Buttercreme, sondern Beton.

Computergesteuert und an einem Traversen-System befestigt entstehen so Zentimeter für Zentimeter neue Wände für ein zweigeschossiges Einfamilienhaus. Die Peri GmbH aus dem schwäbischen Weißenhorn will zusammen mit vielen Partnern den Häuserbau revolutionieren: Sie hoffen, dass es schneller und billiger wird, ein Haus zu drucken, statt mühsam Steinchen auf Steinchen zu stapeln. Ohne Zweifel werden aus diesem Projekt Erfahrungen gewonnen, die beispielgebend für die Branche sein werden, aber ob sich das gedruckte Haus auch finanziell lohnt, muss noch gesehen werden. „Wir begegnen so auch dem Fachkräftemangel“, erklärt Dr. Fabian Meyer-Brötz von der Firma Peri. Und das direkt in zweierlei Hinsicht, denn es werden weniger Fachkräfte benötigt, zudem wird der Job aber auch attraktiver für Leute, die sich lieber mit Technologie auseinander setzen als eine Kelle in der Hand zu halten. Für den riesigen 3D-Druck musste ein Beton entwickelt werden, der schon im Moment der Verarbeitung formstabil ist, bei dem sich dennoch die einzelnen Schichten chemisch verbinden. Und ein entscheidender Vorteil kann schon jetzt nicht mehr geleugnet werden: Ein 3D-Drucker zaubert Rundungen, von denen ein Maurer nur träumen kann. „Digital, dynamisch, druckfertig – das sind unsere drei Ds für die Zukunft des Bauens“, erklärt die Nordrhein-Westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach sichtlich begeistert. Das Land fördert das Pilotprojekt mit 200.000 Euro.