Das Elektrotechnische Handwerk befürchtet, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz die Investition in Photovoltaik-Anlagen weniger attraktiv macht.

Der Gesetzgeber hat in dem Entwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 (EEG 2021) die privaten Besitzer von Solaranlagen nicht ausreichend mit einbezogen. Dieser Meinung ist der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). „Der im EEG 2021 skizzierte Ausbaupfad für Erneuerbare-Energien-Anlagen ist unterambitioniert und die Konzepte zur Integration von Erzeuger- und Verbrauchsanlagen in Stromnetze und Märkte sind nicht ausgereift“, kritisiert ZVEH-Präsident Lothar Hellmann. „Auf diese Weise können die im Klimaschutzpaket verankerten Ziele nicht erreicht werden“.

ZVEH warnt vor einer Versorgungslücke

Der ZVEH ist der Meinung, dass sich das Gesetz zu spät mit dem Weiterbetrieb der aus der Förderung herausfallenden Photovoltaik-Anlagen befasse. Bereits seit Jahren sei bekannt, dass Ende 2020 rund 10.000 Anlagen und bis 2025 sogar 130.000 Anlagen aus der Förderung fallen. Doch der dringende Handlungsbedarf, auf den von elektrohandwerklichen Organisationen und Marktakteuren hingewiesen wurde, schien lange Zeit ausgeblendet zu sein. Erst wenige Monate vor dem Förderstopp hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf den Gesetzesentwurf hingewiesen. Aber auch der Entwurf ist hinsichtlich dieses Problems nicht ausreichend durchdacht. Statt die Besitzer von Solaranlagen, die nicht mehr gefördert werden, zu ermutigen, diese weiterhin zu betreiben, müsse diese nun mit weiteren Kosten rechnen. Denn ab einer Leistung von einem Kilowatt muss eine intelligente Messeinrichtung installiert werden, weshalb mit monatlichen Mietkosten zu rechnen ist. Dabei steht nicht die Integration intelligenter Messeinrichtungen in der Kritik des ZVEH, sondern der Schwellenwert. Diese mangelnden Anreize, in eine Solaranlage zu investieren, würden die Klimaziele der Bundesregierung riskieren. Kombiniert mit dem Rückgang der Stromerzeugung aus fossilen Stoffen eröffnet sich das Risiko einer Versorgungslücke.