Die sinkenden Auftragszahlen sorgen dafür, dass Bauunternehmen ihre Leistungen immer günstiger anbieten müssen, um weiterhin Aufträge zu generieren.

Bisher ist die Baubranche gut durch die Corona-Krise gekommen, doch kann man davon ausgehen, dass der Einbruch der Baukonjunktur erst 2021 kommen wird. Bisher werden die Aufträge bearbeitet, die vor der Krise eingegangen sind. Daher appellieren der hessische Baugewerbeverband und die Hessische Handwerkskammern an Bund, Länder und Kommunen, verstärkt in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren. Ein anderes großes Problem sehen sie allerdings in der Schwarzarbeit. „Die Handwerkskammern in Hessen haben im Jahr 2019 selbst 1.188 Strafanzeigen wegen Schwarzarbeit gestellt, ein Großteil davon im Bau- und Ausbaugewerbe“, erklärt Heinrich Klingel von der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern. Auf einer gemeinsamen Sitzung wurde die Bekämpfung der Schwarzarbeit als ein vorrangiges Thema diskutiert. Klingel betont, dass das Personal zur Verfolgung von Schwarzarbeit fehle, was untragbar sei, da sich die Kosten bei einer erfolgreichen Verfolgung der Straftaten ausgleichen würden. Vor allem bei der sinkenden Anzahl neuer Projekte sei es wichtig, Schwarzarbeit zu sehr niedrigen Preisen zu verhindern. Die Corona-Pandemie habe bereits jetzt einen starken Preiskampf in der Baubranche ausgelöst. Frank Dittmar, Verbandspräsident vom Hessischen Baugewerbeverband, sieht bei den wenigen Ausschreibungen diejenigen Unternehmen im Vorteil, die Preise und Löhne drücken.