Eine Befragung des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) zeigt: Insgesamt werden in der Baubranche zurzeit mehr Aufträge abgearbeitet, als neue hinzukommen.

Laut einer Befragung unter den Mitgliedsunternehmen spürt dies besonders der Wirtschaftsbau, da sich Corona-bedingte Einbußen in der Industrie und im Dienstleistungssektor auf die Investitionsbereitschaft auswirken. Der Auftragsbestand im Hochbau liegt momentan bei 3,5 Monaten – im Vorjahreszeitraum lag er bei mehr als vier Monaten. Im Tiefbau liegt er bei knapp drei Monaten, wobei hier der stärkste Rückgang im Straßenbau zu verzeichnen ist. Aufgrund der insgesamt rückläufigen Entwicklung der Auftragslage sehen Unternehmer kaum die Möglichkeit, erhöhte Baupreise am Markt umzusetzen. Die Geräteauslastung verharrt auf Vormonatsniveau – im Hochbau bei 75 Prozent und im Tiefbau bei 72 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie bei jeweils fast 80 Prozent. Bei den Investitionstätigkeiten der Bauunternehmen handelt es sich überwiegend um Ersatzbeschaffungen.

Erwartungen zur Geschäftsentwicklung verhalten

Grundsätzlich wird die Geschäftslage in den einzelnen Bausparten auch im August uneinheitlich bewertet. Während das Urteil im Wohnungsbau überwiegend „gut“ ausfällt, ist es im Wirtschaftsbau und Straßenbau nur „befriedigend“. Im sonstigen Tiefbau und dem öffentlichen Hochbau scheint sich die Lage zu bessern, sodass die Stimmung auf „befriedigend“ bis vereinzelt gut“ steigt. Die wenigen neuen Impulse bei der Nachfrage nach Bauleistungen beschränken sich auf den Wohnungsbau. Dementsprechend sind die Erwartungen zur Geschäftsentwicklung der kommenden drei Monate überwiegend verhalten.