Die Parteien mussten die Waage finden, um die Arbeitgeber im Gerüstbau in Corona-Zeiten nicht zu sehr zu belasten, aber dennoch die Arbeitnehmer wertzuschätzen.

Im Gerüstbauer-Handwerk konnte sich auf einen Tarifvertrag geeinigt werden. Am 16. September 2020 kamen die Tarifvertragsparteien zum dritten Mal zusammen und konnten sich auf einen höheren Eck- und Mindestlohn, eine steigende Ausbildungsvergütung und einen einmaligen „Corona-Bonus“ einigen. In diesem Jahr mussten diese Fragen vor dem schwierigen Hintergrund der Corona-Pandemie im Zusammenhang mit ihren unabsehbaren Folgen geklärt werden.

Zum 1. September steigt der Ecklohn im Gerüstbauer-Handwerk um 2,3 Prozent und der Mindestlohn steigt bereits ab dem 1. August 2020 auf 12,20 Euro. Auch die Auszubildenden dürfen sich über mehr Geld im Portemonnaie freuen. Im ersten Lehrjahr erhalten sie 50 Euro mehr, im zweiten 60 Euro und im dritten Lehrjahr 70 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2021. Um die Arbeitnehmer vor zusätzlicher Belastung durch die Corona-Pandemie zu schützen, wurde sich auf einen einmaligen „Corona-Bonus“ geeinigt. Innerhalb dieses Kalenderjahres erhalten Arbeitnehmer 350 Euro, Auszubildende 175 Euro. Die Tarifparteien hoffen, mit diesen Einigungen ein gutes Mittelmaß gefunden zu haben: „Um weiterhin stabile Beschäftigungsverhältnisse in der Branche zu sichern, ist es wichtig, die Betriebe nicht mit zu hohen Lohnsteigerungen zu überfordern. Gleichzeitig ist die Lohnsteigerung und vor allem auch die Corona-Prämie ein Signal an die Arbeitnehmer und an den Arbeitsmarkt, dass die Arbeitgeber die Leistung ihrer Mitarbeiter immer, aber vor allem in der aktuellen Krisensituation wertschätzen”, erklärt Marcus Nachbauer, Verhandlungsführer der Tarifkommission auf Arbeitgeberseite.