Die Bauindustrie geht davon aus, dass im kommenden Jahr 2021 eine Milliarden Euro weniger in das Bundesfernstraßennetz investiert werden können.

Ab Januar wird die Verantwortung über Planung, Bau und Betrieb des bundesweiten Fernstraßennetzes unter einem Dach vereinheitlicht. Bislang haben die Bundesländer die Verantwortung über ihre jeweiligen Abschnitte. Mit der neuen Autobahngesellschaft sollen Baustellen schneller abgeschlossen sein, Sanierungsarbeiten einheitlich geplant werden und Menschen am Ende weniger im Stau stehen. Das bedeutet auch, dass ein riesiges neues Unternehmen mit bis zu 15.000 Beschäftigten im Januar von einem auf den anderen Tag reibungslos laufen muss. Doch das sieht Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie noch nicht: „Das ist eine Mörderaufgabe, da muss man sich nichts vormachen.“ Es bestehe die Gefahr, dass zunächst ein gewisser „Workflow in den Ausschreibungen von neuen Projekten“ verloren gehe.

Finanzlücke von einer Milliarden Euro droht

Die Bauindustrie fürchtet, dass geplante Investitionen in die Bundesfernstraßen stattdessen in den Verwaltungsaufbau fließen. In einem Schreiben des Verbandes an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) heißt es, dass eine Finanzlücke von einer Milliarde Euro drohe. „Es wäre ein verheerendes Signal, wenn die Investitionen in den Bundesfernstraßenbau nicht in der vorgesehenen Höhe getätigt würden.“ Dennoch begrüßt Hübner den Plan einer Autobahngesellschaft, denn durch eine Vereinheitlichung der Prozesse wird bundesweit an einem Strang gezogen. „Ich bin immer noch großer Fan davon“, sagte er und sprach sich dafür aus, zunächst an den bestehenden Strukturen, Prozessen und IT-Systemen festzuhalten und Änderungen erst nacheinander einzuführen.