Am 3. September konnten die mehr als 15 Stunden andauernden Verhandlungen mit einem mehrheitlichen Schlichterspruch erfolgreich beendet werden.

Die Tarifverhandlungen für die etwa 850.000 Beschäftigten am Bau waren in diesem Jahr besonders hart. Mehrfach wurden sie ergebnislos abgebrochen. Der Hauptkonfliktpunkt der Tarifparteien war die von der IG-Bau geforderte Wegzeitenvergütung. Laut des Schlichterspruchs erhalten die Beschäftigten ab Januar 2021 ein Lohn-Plus von 2,1 Prozent im Westen und 2,2 Prozent im Osten. Ab Oktober soll bereits ein Lohnzuschlag von 0,5 Prozent des Tariflohns zur pauschalen Entschädigung der Wegzeiten und -strecken gezahlt werden. Zudem wurde sich auf eine einmalige steuer- und sozialabgabefreie „Corona-Prämie“ von 500 Euro geeinigt. „Es ist gelungen, das Fundament für eine Entschädigung bei der Wegezeit zu legen. Der Einstieg ist damit geschafft“, kommentierte IG BAU-Chef Robert Feiger.

Die Ausbildung am Bau wird attraktiver

Die IG Bau konnte sich mit ihrem Vorhaben durchsetzen, die Ausbildung am Bau attraktiver zu machen. Auszubildende erhalten künftig im ersten Ausbildungsjahr 40 Euro mehr, im zweiten Jahr 30 Euro mehr und im dritten 20 Euro. Gefordert waren 100 Euro mehr im Monat für alle Ausbildungsjahre, aber auch mit diesen zusätzlichen Mitteln verdient ein Auszubildender 1.080 Euro mehr im Laufe der drei Jahre. Dazu kommt eine einmalige „Corona-Prämie“ in Höhe von 250 Euro. Die IG BAU und die Arbeitgeberverbände von Bauhandwerk (ZDB) und Bauindustrie (HDB) haben nun 14 Tage Zeit, den Schlichterspruch von Prof. Dr. Rainer Schlegel, dem Präsidenten des Bundessozialgerichts, anzunehmen. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 14 Monaten, ab dem 1. Mai 2020 bis zum 30 Juni 2021. Bis dahin sollen durch „Gipfelgespräche“ unter Moderation des Schlichters unter anderem eine Regelung zur Wegzeitenvergütung und zum Mindestlohn diskutiert werden.

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