Jährlich ereignen sich auf Baustellen mehr als 100.000 Arbeitsunfälle. Durch digitale Prozesse kann diese Gefahr signifikant reduziert werden.

Deswegen hat sich das DigiRAB Forschungsprojekt „Sicheres Arbeiten auf der digitalisierten Baustelle“ mit digitalen Mitteln der Unfallprävention auseinandergesetzt. „In DigiRAB haben wir digitale Lösungen gefunden, um dieses hohe Unfallrisiko im Baugewerbe signifikant zu reduzieren“, bilanziert RUB-Projektleiter Dr. Jochen Teizer vom federführenden Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Gemeinsam mit den Projektpartner ZÜBLIN, Topcon, thinkproject und Selectronic wurde seit April 2017 an einer Cloud-basierten digitalen Plattform gearbeitet, die den Arbeitsschutz auf den Baustellen erhöhen soll. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Wann konkrete Ergebnisse veröffentlicht werden, ist derzeit unbekannt, da die geplante Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste.

Maschinen, die Gefahr selbstständig erkennen

Mit dem dreijährigen Projekt wurde ein großer Beitrag zur Umsetzung des Building Information Modeling (BIM)-Gedankens geleistet. Es wurde ein digitales Warnsystem mit RFID-Technik entwickelt – sprich: ein Sender-Empfänger-System zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten und Lebewesen mit Radiowellen. So können Maschinen bei Gefahr, wie beispielsweise einer unaufmerksamen Person, die sich in einem gefährlichen Bereich aufhält, akustisch und optisch warnen und automatisch stoppen oder verlangsamen. Mit Hilfe von Virtual Reality-Simulationen sollen die Risiken einer Fehlerbedienung realitätsnah eingeschätzt werden können. Dank diesen Technologien lässt sich auch der Umgang mit den Arbeitsmaschinen gefahrlos erlernen.