BIM-Spezialisten sind eine Rarität, doch ist ihre Arbeit heiß begehrt, denn sie behalten den Überblick über alle Schritte bei Planung und Umsetzung.

Durch Building Information Modeling, kurz BIM, ist eine bessere Planung, Ausführung und Bewirtschaftung eines Gebäudes möglich. Dabei dreht sich alles um ein digitales 3D Modell, auf das alle Projektbeteiligten zugreifen können, um darin die Daten für ein Vorhaben zu hinterlegen. Dazu wird das Gebäudemodell detailgetreu nachgestellt und über den gesamten Planungsprozess von allen Beteiligten mit Informationen angereichert. Der BIM-Manager hält dabei die Fäden in der Hand: Er koordiniert das Modell und überprüft regelmäßig, ob die mit den Kunden vereinbarten Ziele eingehalten werden. So kann rechtzeitig festgestellt werden, ob Konstruktions-, Zeit-, Material- und Kostenplanung realistisch sind. Zu den Aufgaben eines BIM-Managers gehört beispielsweise, Projekte aus den Bereichen Automotive, Bau und Healthcare zu steuern, Strategien für individuelles BIM zu entwickeln und die Qualitäten der eingesetzten BIM-Methoden zu analysieren. Ingenieure, die sich BIM-Wissen aneignen, sich auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt, da es immer noch an gut ausgebildeten und praxisorientierten BIM-Managern fehlt. Je nach Berufserfahrung verdient ein BIM-Manager zwischen 3.500 und 6.500 Euro brutto monatlich. Allerdings gibt es noch keinen klassischen Ausbildungsweg.

Praxiserfahrung ist das A und O

„Der BIM-Manager ist sozusagen der digitale Bauleiter. Er vereint das Wissen auf der konstruktiven Seite und ist die Schnittstelle zu den Projektbeteiligten und dem Bauherrn“, erklärt Carlos Vicente, Inhaber der Cavicon GmbH. Er selbst bezeichnet sich als BIM-Spezialist. Dabei kommen ihm seine Ausbildungen zum Energieberater, zum technischen Zeichner und zum Gebäudetechniker zugute, das nötige Wissen zum Thema BIM hat er sich allerdings durch tägliche Praxis und Schulungen über Jahre hinweg angeeignet. Auch Christoph Großmann, BIM-Manager beim Architektur- und Ingenieurbüro IPROconsult berichtet, dass er sich das nötige Wissen für seine Position vor allem während und nach seiner Hochschulausbildung durch das Studium von Fachliteratur und durch praktische Arbeit selbst angeeignet hat. An der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft können Interessierte ein Zertifikatsstudium ablegen. Dazu lernen die Teilnehmer den gesamten BIM-Prozess praktisch kennen, beispielsweise in dem Workshop Hochbau, in dem in interdisziplinären Teams selbstständig diverse Planungsschritte für ein Ferienhaus durchgeführt werden sollen. Die Weiterbildung findet zwei Mal jährlich auf dem Campus der Hochschule statt.