Seit Januar dieses Jahres werden minderjährige und volljährige Auszubildende bei der Freistellung für den Berufsschulunterricht gleich behandelt.

Alexander von Chrzanowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht erklärt: „Als Ausbildungsbetrieb müssen Sie sich diese Punkte merken“:

Beginnt der Berufsschulunterricht vor 9 Uhr, darf der Auszubildende zuvor nicht in seinem Betrieb beschäftigt werden.

Wenn der Auszubildende einmal in der Woche Unterricht und an diesem Tag mehr als fünf Unterrichtseinheiten mit jeweils 45 Minuten hat, ist ihm dafür ein ganzer Arbeitstag anzurechnen und er darf an diesem Tag nicht mehr im Betrieb arbeiten.

Hat der Auszubildende an zwei Tagen die Woche Unterricht, so muss mit dem ersten Tag wie oben beschrieben vorgegangen werden. Für den zweiten Tag ist die Schulzeit einschließlich der Pausen anzurechnen. Bleibt dann noch ausreichend Zeit bis zur Höchstarbeitszeit, um im Betrieb sinnvoll auszubilden, kann der Auszubildende an diesem Tag noch im Betrieb beschäftigt werden.

Wird der Unterricht als Block innerhalb einer Woche absolviert und der Auszubildende hat mindestens 25 Unterrichtseinheiten mit jeweils 45 Minuten an fünf Tagen, so ist die Woche komplett in Höhe der durchschnittlichen wöchentlichen Ausbildungszeit anzurechnen.

An dem Tag vor seiner schriftlichen Abschlussprüfung ist jeder Auszubildende von seinem Betrieb freizustellen. An diesem Tag wird dem Auszubildenden die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit angerechnet. Fällt dieser Tag auf einen Sonn- oder Feiertag, ist diese Regelung hinfällig.

Für die freigestellte Zeit in der Berufsschule ist die Ausbildungsvergütung nach §19 BBiG zu zahlen.

Wegzeiten müssen nicht auf die Arbeitszeit, beziehungsweise Ausbildungszeit angerechnet werden. Allerdings fließen sie wie bisher bei der Freistellung für die Teilnahme am Berufsschulunterricht mit ein und für die Freistellung ist die Vergütung zu zahlen. Um Unsicherheiten zu vermeiden empfiehlt es sich, die Wegzeiten mit anzurechnen.

Bei den gesetzlichen Pausenzeiten wird weiterhin ein Unterschied zwischen minderjährigen und volljährigen Auszubildenden gemacht. Minderjährigen steht eine Pausenzeit von 60 Minuten an einem Arbeitstag mit mehr als sechs Stunden zu, Volljährigen nur 30 Minuten.