Die Deutschen Glashersteller werden die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen, das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Marktanalyse.

„Nach dem kontinuierlichen Wachstum in den letzten beiden Jahren und einem Umsatzplus von 1,3 Prozent in 2019 erwarten wir daher für 2020 erstmals wieder ein Minus“, erklärt Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF). Bisher hat die Branche die Auswirkungen der Corona-Krise kaum zu spüren bekommen, allerdings wird mit einem Verzögerten Einbruch des Umsatzes gerechnet. Im Jahr 2019 haben die 26.000 Beschäftigten Flachglasprodukte im Wert von 2,64 Milliarden Euro produziert. Für 2020 wird mit einem Umsatzrückgang von 4,3 Prozent auf 2,52 Milliarden Euro gerechnet.

Das Einscheibensicherheitsglas ist besonders betroffen

Der Verband Fenster und Fassade (VFF) geht von einem Minus von 5,5 Prozent aus. Beim Isolierglas wird von einem Rückgang von 3,4 Prozent ausgegangen. Dieser verhältnismäßig geringe Rückgang ist auf die geringeren Umsatzeinbußen beim Wohnungsbau im Vergleich zum Nichtwohnungsbau in Deutschland zurückzuführen. Allerdings gerät das Fensterglas durch die steigende Konkurrenz aus dem Ausland unter Druck, die immer mehr komplette Fenster mit Glas nach Deutschland exportiert. Bei beschichtetem Glas wird mit einem Minus von 3,3 Prozent gerechnet, beim Frontglas mit 4,1 Prozent. Besonders betroffen wird voraussichtlich das Einscheibensicherheitsglas sein – mit einem Minus von 9,8 Prozent. Beim Verbundsicherheitsglas sieht es hingegen sehr vielversprechend aus und es wird lediglich von einem Rückgang von 1,9 Prozent ausgegangen. Das bedeutet, dass der Anteil von Sicherheitsglas bei Fenstern weiter steigen wird. Nach einem Vorjahresplus von 2,5 Prozent wird lediglich ein Rückgang von minus 0,9 Prozent erwartet. Das liegt daran, dass immer mehr bodentiefes Sicherheitsglas gewünscht wird.