Ab 2021 wird die Autobahn GmbH die Verantwortung über die Autobahnen übernehmen. Dies wird zu erheblichen Verzögerungen in Planung und Bau führen.

Ab dem 1. Januar 2021 wird die Autobahn GmbH des Bundes die Verantwortung für die 13.000 Kilometer Autobahn übernehmen. Damit soll die Umwandlung der Auftragsverwaltung für die Autobahnen abgeschlossen sein. DEGES soll in die neue Autobahn GmbH integriert werden und die Großprojekte betreuen. Allerdings beanstandet der Bundesrechnungshof diese Fusion, da durch sie die Trennung der Aufgaben zwischen Bund und Ländern nicht mehr gewährleistet wäre. DEGES verantwortet seit 1991 wichtige Infrastrukturprojekte, setzt Planungsaufträge für die Arbeit an Bundesstraßen und Autobahnen um und ist zusätzlich an anderen Verkehrsprojekten beteiligt.

Bauwirtschaft sorgt sich um mittelständige Unternehmen

Anlässlich des Berichtes des Bundesrechnungshofes befürchtet Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), dass die Auftragsvergabe erheblich ins Stocken gerate, da alle Aufträge, die die Länder an DEGES vergeben haben, sowie sämtliche neue Projekte, neu ausgeschrieben werden müssten. Dies werde insbesondere in Anbetracht der bereits stockenden Vergabe auf Grund der Corona-Krise katastrophale Folgen für Unternehmen haben, die im Straßenbau tätig sind. Zudem werden durch die Übernahme der Auftragsverwaltung der Bundesstraßen aufwendige und langwierige Aufbau-, Koordinations- und Abstimmungsprozesse entstehen. Die erhebliche Verzögerung, die bei der Planung und beim Bau von Landes- und Bundesstraßen nun zu erwarten ist, bereitet den mittelständigen Straßen- und Brückenbauern große Sorgen. Daher wird an Bund und Länder appelliert, sich zeitnah um eine konstruktive Lösung bei der künftigen Aufgabenverteilung und Planungsverantwortung zu kümmern.