Die Corona-Krise wird mit großem Abstand als wichtigste Entwicklung für 2020/2021 eingeschätzt. Das Interesse für die Umwelt nimmt signifikant ab.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Trend-Umfrage in der Baubranche, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Bauinfoconsult. Demnach betrachten 63 Prozent der 600 befragten Architekten, Bauunternehmer, Maler, Trockenbauer und SHK-Installateure die Corona-Krise als eines der Top-drei-Themen in diesem Jahr. Die Umfrage wurde mitten im Lockdown durchgeführt, dementsprechend ernüchternd fielen die Umsatzerwartungen aus. Nur 16 Prozent rechnen mit steigenden Umsätzen für 2020 und 15 Prozent rechnen mit einem Rückgang um mehr als fünf Prozent. Allerdings erwartet fast die Hälfte, das Vorjahresniveau halten zu können. Die Branche profitiert stark davon, dass die Arbeit auf den Baustellen auch während des Lockdowns verhältnismäßig reibungslos fortgesetzt werden konnte und auch die hohen Auftragsbestände aus der Zeit vor Corona stellen einen wichtigen Puffer dar. Die Auftragseinbußen sind für diejenigen Unternehmen stärker, deren Arbeit zu großen Teilen private Modernisierungsaufträge sind, wie zum Beispiel Maler und Trockenbauer. Grundsätzlich schaut die Baubranche erstaunlich gelassen auf die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise. Nur jeder Zehnte geht davon aus, dass bis Ende 2021 dauerhaft konjunkturelle Unsicherheiten zu spüren sein werden.

Greta-Effekt lässt nach

Das Thema Umweltschutz war im vergangen Jahr das Top-Thema in allen Lebensbereichen. Die Grünen lagen in Umfragen teilweise vor der Union, Schüler und Studenten sind auf die Straße gegangen und auch in der Bauwirtschaft wurde diskutiert, was die besten und effizientesten Möglichkeiten für Energieeinsparung und Energieeffizienz sind. In der aktuellen Umfrage zählen allerdings nur noch neun Prozent dieses Thema zu den drei wichtigsten Entwicklungen für 2020/2021. Im vergangenen Jahr lag es noch auf Platz zwei, dort finden wir jetzt den Fachkräftemangel. Doch kann auch dies als Indiz dafür gewertet werden, wie gut die Baubranche der Krise standhält, denn wer Fachkräfte sucht, hat vermutlich auch ausreichend Aufträge, um diese zu beschäftigen. Das als drittwichtigstes bewertetes Thema sind die steigenden Baupreise.

Daten speziell für den Gewerbebau

Diese zeigen die relativ gute Ausgangslage. Die Neuaufträge sind seit dem Tiefpunkt im März wieder deutlich gestiegen, bereits im April um 3,9 Prozent. Um den wirtschaftlichen Schaden der Krise so gering wie möglich zu halten, wurden die Genehmigungsverfahren deutlich vereinfacht. Davon profitiert vor allem das Bürosegment, aber auch der Fabrik- und Lagerhallenbau.