Wetter und Streusalz schädigen Stahlbeton. Eine passende und günstige Alternative ist Beton mit Basaltbewehrungen – das zeigen Forscher aus München.

Stahlbeton wird vielfach eingesetzt, auch beim Fassadenbau. Aber durch Kohlenstoffdioxid und Wasser aus der Luft, sowie Streusalzrückstände verändert sich die chemische Zusammensetzung des Materials und feine Risse entstehen. So gelangt Luft an den Stahl, sodass dieser rostet und Betonteile abplatzen. Ein Forschungsteam der Fakultät für Bauingenieurwesen an der Hochschule München zeigt: Basaltbewehrter Beton ist eine passende Lösung. Durch ihn lässt sich bei der Instandsetzung stahlbewehrter vorgehängter Sichtbetonfassaden verhindern, dass beschädigte Betonteile komplett ersetzt werden müssen. Zudem ist er preisgünstig und erfüllt sämtliche Ansprüche an Tragfähigkeit, Haltbarkeit und Ästhetik. Sie sind überzeugt: Das Konzept mit Basaltbeton kann zu einer marktreifen Lösung weiterentwickelt werden.

Das Ziel: Altbeton erfolgreich schützen

Bei Basaltbeton ersetzen die Basaltbewehrungen die Stahlbewehrungen. Die Vorteile von Basalt: Er rostet nicht. Er besitzt eine hohe Zugfestigkeit. Er ist relativ leicht und durch sein hohes Vorkommen in der Natur und er ist auch nicht teuer. Das Team um die Professoren Andrea Kustermann, Christoph Dauberschmidt und Christian Schuler testete an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München den Einsatz einiger mit Basaltfasern verstärkter Mörtelrezepturen. Das Projekt hieß FASALT – „Instandsetzung vorgehängter Sichtbetonfassaden durch dünnwandige Fassadenergänzungen aus basaltbewehrtem Beton“. Dabei erforschen und optimieren sie die Materialeigenschaften des neuen Baustoffs und prüfen seine Eignung für Fassaden. Dafür bauten sie die neue Basaltbewehrung in bestehende Fassaden ein. Um den Stahl im Altbeton vor Korrosionen zu schützen, nutzten sie ein hoch-alkalischen Spritzmörtel zur Realkalisierung. Die Tragfähigkeit der Konstruktion wurde durch empirische Untersuchungen sowie numerische Simulationen nachgewiesen.

Basaltbeton wird bereits erfolgreich in der Praxis eingesetzt.

Bisher wurde dieser vor allem da angewendet, wo viel Streusalz vorkommt und somit eine hohe Chlorid-Exposition. So findet sich Basaltbeton beispielsweise in Brücken an viel befahrenen Straßen oder im Tunnel an der A96 bei Gräfling bei München. Die so nachgewiesene Zugfestigkeit der Kombination ermöglicht sowohl bei der Instandsetzung als auch beim Neubau eine hohe Tragfähigkeit der Konstruktion. Die Forscher sehen für sie überall dort Einsatzmöglichkeiten, „wo Langlebigkeit gefragt ist und die bisherigen Konstruktionen aus Stahl und Beton an ihre Grenzen stoßen“, wie beispielsweise an Schwellen an Bahntrassen.