Hautkrebs-Erkrankungen sind die häufigste Berufskrankheit am Bau. Diese Gefahr ist zwar bekannt, dennoch schützt sich kaum jemand vor UV-Strahlung.

Die BG-Bau beobachtet mit Sorge, dass die Fallzahlen steigen. Im vergangenen Jahr gab es 3.131 gemeldete Verdachtsfälle auf sonnenbedingten Hautkrebs, was fast ein Viertel aller gemeldeten Berufskrankheiten in der Bauwirtschaft ausmacht. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl somit um 187 Personen, bzw. sechs Prozent erhöht. Die Ausgaben für Heilbehandlung, Rehabilitation und Rente waren 2019 mit 14,3 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie 2017.

Besonders Auszubildende schützen sich unzureichend

Seit dem vergangenen Herbst gelten neue Rechtsvorschriften, durch die Unternehmen nicht mehr nur dazu angehalten werden, ihre Arbeitnehmer aufzuklären, sondern dazu verpflichtet sind, Beratung und Hautkrebsvorsorge aktiv anzubieten. Im Jahr 2019 haben 60.600 Baubeschäftigte solche Vorsorgetermine wahrgenommen, doch scheint das dazugewonnen Wissen nicht praktisch umgesetzt zu werden. Denn besonders erschreckend ist das Ergebnis einer Befragung von Auszubildenden. Die jungen Menschen wissen offenbar um die Gefahr, ziehen daraus aber nicht die gewünschten Schlüsse. Obwohl 91 Prozent der Befragten über die Gesundheitsgefahr wusste, die von UV-Strahlung ausgeht und 83 Prozent bewusst war, dass langärmelige Kleidung hilft, schützen sich nur 15 Prozent auf diese Weise. 57 Prozent der befragten Auszubildenden sind der Meinung, dass ein normaler Sonnenbrand ungefährlich sei und nur 20 Prozent betrachten den Schutz vor UV-Strahlung als wichtig, somit machen nur 17 Prozent regelmäßig Gebrauch von Sonnencreme. Dabei können „gerade Verbrennungen in jungen Jahren schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben“, warnt Anette Wahl-Wachendorf, Leiterin des Arbeitsmedizinischen Dienstes der BG Bau. „Die durch UV-Strahlung geschädigte Haut vergisst nichts.“