Sie bieten Kostenvorteile, aber leidet darunter die Qualität? Eine Befragung unter Handwerksunternehmen könnte die Diskussion endgültig beenden.

Mobile Generalisten, also Handwerker ohne eigene Werkstatt, die Arbeit in unterschiedlichen handwerklichen Gewerken übernehmen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Seit Wegfall des Meisterzwangs sind sie zu einer Herausforderung für klassische Handwerksbetriebe geworden. Schon 2015, als nur 120.000 der etwa 500.000 Handwerksbetriebe der Baubranche mobile Generalisten waren, haben diese bereits 14,7 Milliarden Euro umgesetzt, also 25,5 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Diskussionen rund um die Vor- und Nachteile ähneln denen über die Meisterpflicht. Dafür spricht ein möglicher Kostenvorteil für die Kunden, da mobile Generalisten aufgrund der fehlenden Werkstatt geringere Fixkosten haben. Kritiker monieren mögliche Qualitätsmangel und betonen, dass der Meister auch in der handwerklichen Ausbildung für Qualität stehe.

Und wie sehen die Handwerker das?

Rund ein Viertel der Handwerker stimmt der Aussage voll und ganz zu, dass durch mobile Generalisten ein verstärkter Konkurrenzkampf um Aufträge entsteht. 24 Prozent stimmen der Aussage eher zu und nur 19 Prozent halten sie eher oder überhaupt nicht für richtig. Allerdings betont die Hälfte der Handwerker auch, dass die Auftragslage generell so gut sei, dass man sich um Aufträge nicht zu sorgen brauche (die Befragung wurde vor der Corona-Krise durchgeführt). Was die Befragung auch zeigt, ist, dass 64 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass sich die Qualität der Arbeit von mobilen Generalisten nicht signifikant von der Arbeit traditioneller Betriebe unterscheide.

Interessen:Bauwirtschaft