Ab 2022 wird es in Baden-Württemberg eine Solarpflicht bei Nicht-Wohngebäuden geben. Darauf haben sich die Koalitionspartner Grüne und CDU geeinigt.

So soll das enorme Flächenpotential von Bürogebäuden, Lager- und Produktionshallen und Parkhäusern genutzt werden. Obwohl Baden-Württemberg bereits Vorreiter in Sachen Klimaschutz ist, sieht es bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eher unterdurchschnittlich aus. In den südlichen Bundesländern sind Solaranlagen bereits überdurchschnittlich oft anzutreffen. Dies ist aufgrund der hohen Zahl der Sonnenstunden weiter unterstützenswert. Aber auch andere ungenutzte Flächen, wie etwa Baggerseen, könnten durch schwimmende Anlagen ideal genutzt werden. Die Novelle des baden-württembergischen Klimaschutzgesetzes, die Solarpflicht bei Neubauten von Nicht-Wohngebäuden ab 2022 vorsieht, löst das Klimaschutzgesetz von 2013 ab und soll vom Landtag noch vor der Sommerpause beschlossen werden. Das Deutsche Energieberater Netzwerk (DEN) begrüßt diese Änderung: „Solaranlagen bieten ein ausgesprochen hohes Potential, sowohl was die Förderung von elektrischer Energie als auch von thermischer angeht“, sagt DEN-Vorsitzender Hermann Dannecker.

Aber hier ist noch nicht Schluss

Auch soll das neue Klimaschutzgesetz 100 Städte und Kommunen in Baden-Württemberg dazu verpflichten, eine umfassende Wärmeplanung vorzulegen. Die Planungskosten wolle das Land übernehmen. Zudem wollen die Grünen in naher Zukunft auch Wohngebäude in die allgemeine PV-Pflicht aufnehmen. In den Städten Waiblingen und Tübingen besteht diese Pflicht bereits. Dort sind die Erbauer von Gebäuden, welche auf Grundstücken der Stadt entstehen, dazu verpflichtet, Photovoltaik auf den Dächern zu installieren.

Auch in Hamburg ist eine Solarpflicht im Neubau ab 2034 vorgesehen, die sowohl für Gewerbe- als auch Wohngebäude gelten wird. Ab 2025 soll die Solarpflicht auch bei Dachsanierungen gelten, wenn eine vollständige Erneuerung der Dachhaut ansteht. Auch der Berliner Senat strebt eine Solarpflicht an.