Die Planungs- und Bauwirtschaft präsentiert einen Plan, der ihre Vorschläge für die Politik zur Bewältigung der Corona-Krise zusammenfasst.

Vertreter der Bundesarchitektenkammer (BAK) und der Bundesstiftung Baukultur übergaben den Plan „Konjunkturbelebung durch Innovation und Baukultur“ stellvertretend für alle 21 beteiligten Verbände am 26. Mai 2020 an Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

„Die Planungs- und Bauwirtschaft kann bei der nun anstehenden Konjunkturbelebung helfen, einen nachhaltig gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen, etwa in den Bereichen Mobilität, Digitalisierung, Wohnen oder Klimaschutz“, sagt Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

1. Zusätzliche Mittel für Innovation und Zukunftsprojekte

Die Corona-Krise soll als „Innovationsmotor für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen“ genutzt werden. Indem Prozesse digitalisiert würden, immobilienwirtschaftliche Nutzungskonzepte an veränderte Arbeitsmodelle und Konsumgewohnheiten angepasst und Städte hin zu mehr Vitalität geplant würden, kann Deutschland im Standortwettbewerb vorpreschen. Auch hätten öffentliche wie private Bauherren wieder die Chance, Bauten mit Vorbildcharakter zu präsentieren.

2. Klimaschutz baulich umsetzen

Der Bausektor kann unter allen Wirtschaftszweigen den größten Beitrag zum Schutz des Klimas leisten. Nur, wenn die Baubranche richtig eingesetzt wird, kann Deutschland seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz erhalten, denn sie gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftszweigen, bietet aber auch ein enormes Einsparungspotential. Deswegen ist eine finanzielle Förderung des privaten Bauengagements und eine Abmilderung der mit der Krise einhergehenden finanziellen Engpässe unerlässlich. Dies ist die einzige Möglichkeit, die Lücke zwischen ursprünglich geplanten Maßnahmen aber nun ausgesetzten oder abgesagten Bauaktivitäten nicht aufklaffen zu lassen.

3. Vorliegende Planungen jetzt realisieren

Auch um Arbeitsplätze zu sichern ist es notwendig, dass vorgesehene und vorbereitete Projekte zügig umgesetzt werden. Die zeitliche Befristung der erforderlichen Konjunkturmittel sorgt für entsprechenden Handlungsdruck. Besonders sinnvoll sind Investitionen der öffentlichen Hand, die den langfristigen Strukturwandel fördern und private Investitionen auslösen.

4. Solide Basis für wirksame Konjunkturmaßnahmen schaffen

Damit die Umsetzung der ersten drei Punkte fruchtet, müssen alle Akteure in die Lage versetzt werden, die großen Herausforderungen auch tatsächlich schnell und sachgerecht umzusetzen. Dazu gehört, dass Engpässe bei Genehmigungsbehörden beseitigt werden, dass Verfahren in Maßen beschleunigt werden und dass die Qualifikationen von Planern durch gezielte Zuschüsse zu fachspezifischen Fortbildungsmaßnahmen ausgebaut werden.

Interessen:Bauwirtschaft