Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert den Entwurf der Bundesregierung zur „Langfristigen Renovierungsstrategie für Deutschland“ als unzureichend.

Dieser soll im Rahmen der EU-Gebäuderichtlinien (EPBD) erstellt werden und einen Fahrplan darstellen, wie die langfristigen Klimaziele erreicht und Bestandsgebäude möglichst kosteneffizient saniert werden. Anhand von Meilensteinen in 2030, 2040 und 2050 soll der Fortschritt der Zielerreichung messbar werden.

„Der Entwurf scheitert bereits an der grundlegenden Aufgabenstellung. Eine langfristige Strategie ist nicht zu erkennen. Das Papier ist eine ideenlose Aufzählung bestehender Instrumente, die nicht ausreichen, um die Klimaziele zu erreichen. Wir wissen bereits, dass weder das Gebäudeenergiegesetz noch das Klimapaket mit seinen bestehenden Förderprogrammen genügen, um die Klimaziele im Gebäudesektor für 2030 zu erreichen. Es ist fatal, dass die Überprüfung der geltenden energetischen Standards auf 2023 verschoben wurde. Die Bundesregierung muss statt unausgereiftem Stückwerk endlich ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen“, erklärt Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. Auch Paula Brandmeyer, die stellvertretende Bereichsleiterin für Energie und Klimaschutz zeigt sich entrüstet: „Die Bundesregierung verpasst dringende Weichenstellungen: Nur für das Jahr 2030 und in Bezug auf den nicht-erneuerbare Primärenergiebedarf wird ein quantifizierbares Ziel festgelegt. Ziele für die Jahre 2040 und 2050 fehlen. Es ist vollkommen unverständlich, dass die immensen Potentiale des Gebäudesektors für den Klimaschutz und die deutsche Konjunktur im Zuge der Corona-Krise nicht genutzt werden. Die Schaffung eines klimaneutralen Gebäudebestandes sorgt für 300.000 bis 500.000 Arbeitsplätze. Aber dafür müssen politisch die richtigen Maßnahmen ergriffen werden und das heißt: Jährlich bis zu 25 Milliarden Euro für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors und einfacher Zugang zur Förderung.“

Die Forderungen der DUH:

Eine Studie unter anderem des Deutschen Mieterbundes zeigt, dass bis zu 25 Milliarden Euro jährlich für den Klimaschutz in Gebäuden notwendig sind. Die DUH fordert, dass der Zugang zu Förderungen vereinfacht wird, die Energieeffizienzstandards im Neubau auf KfW40 und bei Sanierungen auf KfW55 angehoben werden und dass die Energieberatung und ein individueller Sanierungsplan für alle Privateigentümer kostenlos sind. Zudem wird bemängelt, dass der Entwurf Aspekte der Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft außen vorlässt.