Arbeitgeberseite und Gewerkschaft konnten ihre Standpunkte in der ersten runde der Tarifverhandlungen für das Bauhauptgewerbe nicht annähern.

Die Tarifverhandlungen für das Bauhauptgewerbe mit 850.000 Beschäftigten sind ergebnislos vertagt worden. Die erste Runde musste coronabedingt vom 18. März auf Mitte Mai vertagt werden. Es konnte keine Annäherung der Standpunkte erzielt werden. „Die Bauwirtschaft ist wirtschaftlich in einer anderen Verfassung als sie dieses zum Jahresauftakt vor Corona gewesen ist. Wenn auch der Eindruck besteht, dass die Branche reibungslos arbeite, so trügt dieser. Denn 80 Prozent unserer Unternehmen empfinden den Baustellenbetrieb als gestört. Schon heute spüren wir, dass Nachfolgeaufträge ausbleiben. Wir erwarten einen Umsatzrückgang in diesem Jahr real von mindestens drei Prozent. Diese schwierige Lage der Branche muss auch die Gewerkschaft erkennen,“ erklärt Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

Die Verhandlungen stagnieren aufgrund der geforderten Entschädigung der Wegzeiten. Zusätzlich fordert die Gewerkschaft eine Anhebung des Lohns und auch die Auszubildenden sollen mehr Geld erhalten. Die Arbeitgeberseite kritisiert, dass all diese erhöhten Kosten zu finanziellen Schwierigkeiten in den Unternehmen führen werden und so Arbeitsplätze in Gefahr geraten. Auch wird auf die unsicheren Zukunftsaussichten wegen der Corona-Krise hingewiesen. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 4. Juni angesetzt.