Bisher wurde erwartet, dass die Bauwirtschaft der Krise vergleichsweise gut trotzen kann. Die Zahlen des statistischen Bundesamtes zeigen den Irrtum.

Das Statistische Bundesamt hat Daten zum Betriebszeitraum März veröffentlicht. Berücksichtigt wurden Betriebe ab 20 Mitarbeitern. Die Zahlen zeigen, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bauwirtschaft verheerender sind, als bisher erwartet. Die Zahl der Auftragseingänge ist rapide zurückgegangen. Im öffentlichen Bau ist ein Minus von 9,6 Prozent zu vermerken, hier leidet besonders der Straßenbau mit -12,4 Prozent. Auch im Wirtschaftsbau verringern sich die Auftragseingänge (-3,0 Prozent), hier ist besonders der Hochbau mit -0,7 Prozent betroffen. Einzig der Wohnungsbau legt verhalten zu (+3,0 Prozent). So war der reale Auftragseingang im März 2020 kalenderbereinigt 10,3 Prozent niedriger als im März 2019. Die Folgen der Auftragsrückgänge schlagen sich in den Daten zur Umsatzentwicklung noch nicht nieder. Der Umsatz lag bei ca. 7,6 Milliarden Euro (+12,1 Prozent). Somit liegt der Umsatz im ersten Quartal bei gut 18 Milliarden Euro, +12 Prozent. Das darf allerdings nicht trügen, denn die Bauwirtschaft ist mit einer sehr guten Auftragslage in das Jahr 2020 gestartet. Dennoch werden die jetzigen Einbrüche der Auftragseingänge die Umsatzentwicklung künftig negativ beeinflussen.

„Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Wirtschaftsbau bleibt es wichtig, dass die öffentliche Hand ihre geplanten Investitionsbudgets auch umsetzt. Hier brauchen die Kommunen dringend die Unterstützung von Bund und Ländern. Den Investitionsstau bei den Kommunen nicht größer werden zu lassen, liegt im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland.“, mahnt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB).