Eine Umfrage des ZVDH zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Dachdeckerhandwerk zeigt: Hier wird dem Virus getrotzt. Aber wie lange noch?

An der Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) haben über 1.300 Betriebe teilgenommen. Insgesamt zeigt sich dabei ein sehr erfreuliches Ergebnis, denn die meisten Betriebe spüren bisher keine oder nur geringe Corona bedingte Folgen. Auch die Auftragslage ist anhaltend gut. So geben 76 Prozent der Unternehmen an, noch ausreichend Aufträge für die nächsten vier Monate zu haben. Auch darüber hinaus haben 30 Prozent der Betriebe eine positive Auftragslage.

Kaum Umsatzrückgang und wenige Personalausfälle

20 Prozent der Betriebe geben an, dass Aufträge verschoben werden und nur 12 Prozent berichten von Umsatzrückgängen. Stark oder sehr stark von Stornierungen betroffen sind sieben Prozent. Am deutlichsten zeigen sich Auftragsrückgänge bei privaten Auftragsgebern, schwerpunktmäßig im Bereich Sanierung und Reparatur. Personalausfälle, krankheitsbedingt oder wegen notwendiger Kinderbetreuung, mussten nur knapp 13 Prozent der Betriebe in Kauf nehmen. Unter fehlendem Material oder dem Wegfall von Vorleistungen leiden kaum Betriebe. Dank dieser geringen Auswirkungen mussten 60 Prozent der Unternehmen bislang weder innerbetriebliche Maßnahmen wegen einer geringen Auftragslage noch finanzielle Überbrückungshilfen in Anspruch nehmen. Besonders Kündigungen oder vorübergehende Betriebsschließungen bleiben eine absolute Ausnahme. Die Hygienemaßnahmen finden große Beachtung, so arbeiten viele Betriebe in Schichtarbeit mit festen Teams, erweitern den Fahrzeugbestand. Mitarbeiter, die der Risikogruppe angehören, bleiben zu Hause.

Doch das Blatt wird sich wenden

„Bei all diesen positiven Ergebnissen muss aber klar sein, dass man den Krisenzustand nur noch begrenzt durchhalten kann. Auch private Auftraggeber leiden finanziell unter der Krise, und wenn es dann nicht unbedingt notwendig ist, wird das Dach eben nicht neu gedeckt. Zudem rechnen wir im Gewerbebau zunehmend mit deutlicher Zurückhaltung bei Investitionen“, macht Dachdeckermeister und ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk deutlich. Ab Herbst, so fürchten einige Betriebe, werde sich das Blatt vermutlich wenden.