Laut der BG Bau kamen zwischen Mitte März und Ende April 15 Menschen bei Unfällen auf Baustellen ums Leben, dabei ein 19-jähriger Auszubildender.

Sechs der Todesfälle ereigneten sich aufgrund von Abstützen von Dächern– davon fünf nach innen durch ungesicherte Dachöffnungen beziehungsweise nicht durchbruchsichere Dachflächen. Weitere zwei Menschen kamen bei Abstürzen von Gerüsten ums Leben, vier in Zusammenhang mit herabfallenden oder umkippenden Bauteilen und drei bei der Arbeit mit Baumaschinen. Auch ein 19-jähriger Dachdecker-Auszubildender stürzte bei der Neueindeckung eines Mansardendachs in die Tiefe. Zumeist ließen sich diese tragischen Unfälle mit einfachen Mitteln und der Einhaltung von Vorgaben verhindern.

Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG Bau, sieht einen Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl tödlicher Unfälle und der Corona Pandemie. Während viel Aufmerksamkeit und Energie auf den Baustellen in Corona-bezogene Maßnahmen gesteckt werden, werden andere wichtige Vorkehrungen außer Acht gelassen und dafür bezahlen die Angestellten teilweise mit dem Leben. Arenz weiter: „Die Situation muss uns alle wachrütteln. Wir brauchen nun ein konzertiertes, gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten, um nicht noch weitere Menschenleben zu gefährden. Arbeitsschutz muss wieder in den Fokus rücken, es kann nicht sein, dass Regelungen umgangen werden oder vor dem Hintergrund der Coronavirus-Epidemie aus dem Blick geraten.“