Die Arbeiten auf den Baustellen werden größtenteils aufrecht gehalten, allerdings kommt es zu Verzögerung, beispielsweise wegen Lieferengpässen.

Laut einer Umfrage des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) erleben 80 Prozent der Baufirmen Störungen in den Abläufen. Fast die Hälfte der Unternehmen berichtet von Lieferengpässen (43 Prozent). Allerdings zeigt sich, dass hier auch innerhalb des Sektors Unterschiede festzustellen. So seien Rohbauten nicht so häufig von Verzögerungen betroffen. „Vor allem beim Ausbau gibt es Verzögerungen“, so Erik Stange vom Bauherren-Schutzbund. Der Grund dafür ist, dass Heizungs-, Elektro- und Lüftungsinstallationstechnik oft aus Asien kommt. Die Lieferverzögerungen sorgen dann wiederum dafür, dass die Firmen die Teile nicht einbauen können.

Problematisch ist auch, dass Unternehmen oft mit pauschalen Schreiben auf den Bauherren zugehen. Verzögerungen werden allgemein mit der Corona-Krise begründet, selbst, wenn es auch vorher schon Probleme gegeben hat. Aber so einfach dürfen es sich Bauunternehmen nicht machen. Kann eine vertraglich vereinbarte Leistung nicht erbracht werden, muss eine Behinderungsanzeige an den Bauherren verfasst werden. Hierin muss erklärt werden, was sich warum verzögert. Passiert dies nicht, kommt der Unternehmer spätestens vor Gericht in Darlegungsnot. Damit es allerdings gar nicht erst soweit kommt, sollte der Dialog gesucht werden, um mögliche Alternativen zu diskutieren.

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