Nach Informationen des Infodienstes Recht und Steuer der LBS kann das für den Architekten und Objektüberwacher rechtliche Folgen mit sich tragen.

Der Fall: Bei der Errichtung einer Werkshalle wurde auf eine Trennschicht zwischen Betonsohle und Verlegemörtel verzichtet. Nach einer sechswöchigen Trocknungszeit wurden die Fliesen verlegt. Bereits zwei Jahre später wiesen diese Risse und Abplatzungen auf. Aus Sicht des Bauherren hätte der Objektüberwacher verhindern müssen, dass die Fliesen so schnell verlegt wurden. Ein Sachverständiger teilt diese Meinung: Ohne Trennschicht hätte man etwa sechs Monate warten müssen.

Das Urteil: Der Zivilsenat ist der Meinung, dass der Architekt und Objektüberwacher vor der Verlegung den Trocknungsgrad des Betonbodens hätte überprüfen müssen. Erst dann hätte die Erlaubnis zur Ausführung erfolgen dürfen. Es sei klar, dass der Bodenbelag zu den schadensträchtigsten Arbeiten am Bau gehöre, dazu müsse man auch nicht über ausgesprochene Spezialkenntnisse verfügen.