Verkehrslärm entsteht hauptsächlich durch das Abrollen der Reifen auf der Fahrbahn. Die richtige Bauweise und Baustoffe können diesen reduziert.

Durch das vermehrte Aufkommen von Hybrid- und E-Autos wird der Lärm durch das Abrollen der Reifen immer deutlicher. Deswegen muss besonders in Wohngebieten auf lärmarme Baustoffe und Bauweisen geachtet werden. Wie die Arbeitsgemeinschaft Pflasterklinker anmerkt, ist auch bei Pflasterflächen ein hohes Potential zur Lärmverringerung vorhanden. Dies zeigt auch eine Studie, die bei der Ingenieursgesellschaft Müller-BBM in Auftrag gegeben wurde. Besonders bedeutend sind in diesem Kontext: Die Ebenheit der Oberfläche, die Formatwahl und das Verlegungsmuster, die Fasenausbildung, der Höhenversatz und die Fugengeometrie, sowie der Fugenfüllgrad.

Für eine lärmarme Pflasterdecken empfehlen sich besonders rechteckige Steine, die in Verbänden diagonal zur Hauptfahrrichtung ausgelegt sind. Auf diese Weise werden die Fahrzeugreifen weniger in Schwingung gesetzt. Bei der Fugenbreite gilt: Breite Steinformate und enge Fugenausführungen wirken sich günstig auf die Geräuschminderung aus. Auch sollten die Fugen möglichst vollständig gefüllt sein. Spätestens bei einer Tiefe von 20 mm sollte unbedingt nachgefugt werden. Auch wird die Akustik der Pflasterfuge optimiert, wenn ungefaste Steine verwendet werden. Der Höhenversatz zwischen den einzelnen Steinen sollte 1mm keinesfalls überschreiten.

Anpassung der Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen

Diese Erkenntnisse wurden auch in der Neufassung der „Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (RLS Ausgabe 2019)“ berücksichtigt. Die genannten Anforderungen müssen erfüllt sein, damit eine Straßendeckschicht als „Pflaster mit ebener Oberfläche“ charakterisiert wird, um einen Korrekturwert von DSD von + 1,0 dB(A) bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h zu erhalten.