Mit der Zertifizierung des dritten Smart Meter Gateway kann 2020 der Rollout beginnen. Aber was sind die Vorteile? Die wichtigsten Fragen geklärt.

Voraussichtlich kann der Rollout von intelligenten Stromzählern (Smart Meter) 2020 beginnen – ein Meilenstein für die Digitalisierung des Messwesens und für die Energiewende.

Was sind Smart Meter Gateways?

Smart Meter Gateways sind die zentrale Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems. Diese sollen die alten Ferraris-Stromzähler ablösen, was das 2016 beschlossene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende vorschreibt. Die Smart Meter Gateways sollen die Verbrauchsdaten sammeln, speichern und für die Marktakteure aufbereiten. So können Zähler und Messsysteme zentral und sicher ausgelesen werden. Der Messstellenbetreiber kann die Daten dann unter anderem an den Energielieferanten weitergeben. Dadurch könne zum Beispiel variable Stromtarife und andere Mehrwertdienste ermöglicht werden.

Für wen sind sie verpflichtend?

Eine Verpflichtung des Messstellenbetreibers zur Ausstattung von Messstellen mit einem intelligenten Messsystem besteht nach Paragraph 29 Absatz 1 des Messstellenbetriebsgesetzes. Davon betroffen sind sowohl, Immobilien mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr als auch Immobilien mit Verbrauchern, die ein verringertes Netzentgeld nach Paragraph 14a des Energiewirtschaftsgesetzes für eine steuerbare Verbrauchereinrichtung vereinbart haben. Auch Immobilien, in denen Stromerzeuger ab 7 Kilowatt Leistung installiert sind, fallen unter die Verpflichtung.

Darüber hinaus ist selbstverständlich auch ein freiwilliger Einbau möglich und zu empfehlen. Die Kosten für den Einbau und den laufenden Betrieb sind durch den Eigentümer und Mieter zu tragen, wobei der Gesetzgeber Preisobergrenzen definiert hat.

Wann startet der Rollout?

Wenn mindestens drei voneinander unabhängige Unternehmen Start Meter Gateways auf dem Markt anbieten, beginnt der verpflichtende Rollout. Die Geräte müssen das Zertifizierungsverfahren des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfolgreich durchlaufen habe. Am 19. Dezember 2019 wurde das dritte Zertifikat vergeben, somit ist der Rollout in diesem Jahr zu erwarten.

Wie profitieren die Verbraucher?

Ein eindeutiger Vorteil ist es, dass Eigentümer und Mieter den Stromverbrauch nicht mehr selbst ablesen und abschicken müssen. Zudem wird die Grundlage für variable Stromtarife geschaffen und zu einem klimafreundlichen Verbrauch motiviert. Durch die dauerhafte Verfügbarkeit der Messdaten wird auch die Verbrauchertransparenz erhöht. Aber die Vorteile beschränken sich nicht nur auf den Bereich Strom. Die Gateways werden zur zentralen Kommunikationseinheit für Verbrauchs- und Zustandswerte von Immobilien, also auch für andere Energiesparten und weitere Haustechnik, etwa rund ums Smart Home. Dadurch können die Abrechnungen auf Haus- und Wohnungsebene aus einer Hand erhalten werden.