Noch bei der Frühjahrsbefragung herrschte im Elektrohandwerk Optimismus. Dies hat sich jedoch gewandelt, auch Mitarbeiter wurden bereits entlassen.

Rund 2.000 Elektro-Innungsfachbetriebe haben sich an einer Umfrage des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) beteiligt. Diese wurde durchgeführt, um zu sehen, wie stark das E-Handwerk von der Corona-Krise betroffen ist.

Rund 60 Prozent der befragten Unternehmen haben von Umsatzrückgängen berichtet. In den bereits betroffenen Bereichen beläuft sich der Verlust auf 44 Prozent. Allerdings verfügt über die Hälfte der Betriebe noch über ein gutes Auftragspolster von zwei oder mehr Monaten. Glücklicherweise sind bisher kaum Mitarbeiter tatsächlich von der Krankheit betroffen.

Wie reagiert das E-Handwerk auf die neue Situation?

24,7 Prozent der Betriebe haben mit Arbeitszeitkürzungen reagiert. Dass sich der Anteil so gering hält, liegt daran, dass das E-Handwerk als systemrelevant eingestuft wurde und somit weniger vom Lockdown betroffen ist. 64,5 Prozent der Betriebe, die auf die neue Geschäftssituation reagieren, haben den Abbau von Arbeitszeitkonten als Maßnahme eingeführt. 64,5 Prozent haben sich dazu entschlossen, die Arbeitnehmer in den Urlaub zu schicken. Bisher haben sich nur 10,3 Prozent dazu verpflichtet gesehen, Mitarbeiter zu entlassen, 6,4 Prozent mussten ihren Betrieb ganz schließen. Staatliche Hilfen wurden bisher lediglich zurückhaltend in Anspruch genommen und nur 21,7 Prozent nutzen sie. Insgesamt werden die staatlichen Maßnahmen positiv bewertet, jedoch wird die Höhe und die Dauer der Antragsbearbeitung bemängelt, insbesondere bei Liquiditätshilfen.

Der optimistische Blick in die Zukunft, der bei der Frühjahrsumfrage noch dominiert hat, hat sich nun gewandelt. Nur noch 30,1 Prozent der Befragten bezeichnen ihre Lage als gut – 54,8 Prozent erwarten auch in näherer Zukunft eine weitere Verschlechterung der momentanen Lage, 23,7 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung und nur 3,2 Prozent eine Verbesserung. Auch der Geschäftsklimaindex ist von 88,2 Punkten auf 55,6 Punkte eingebrochen.