Wohnungslüftungsgeräte sind unverzichtbar für ein gesundes Innenraumklima. Jedoch muss beim Vergleich verschiedener Geräte vieles beachtet werden.

Die Qualität von Wohnungslüftungsgeräten hat einen großen Einfluss auf die Raumluftqualität und die Betriebskosten. Jedoch muss bekannt sein, welche Kriterien dafür ausschlaggebend sind und auch ein Vergleich der Datenblätter muss gelernt sein. Die Angaben auf den Datenblättern sollten unbedingt von unabhängiger Stelle geprüft und zertifiziert sein.

Durch Wohnungslüftungsgeräte kann ein gesundes Innenraumklima hergestellt und belastete Abluft abgeführt werden. Auch leistet dies einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung der Lebenszykluskosten eines Gebäudes, da sie die Bausubstanz durch Wärmerückgewinnung und vor Feuchtigkeit schützen.  Wie hoch dieser Beitrag ausfällt, hängt wiederum von einigen Qualitätskriterien ab. Ein bloßer Vergleich von Energieeffizienzklassen nach der Ökodesign-Richtlinie (ErP) greift hier zu kurz.

Zertifizierte Daten

Seit dem 1. Januar 2016 schreibt die ErP-Richtlinie die Prüfung von Wohnungslüftungsanlagen nach der Prüfnorm DIN EN 13141-7 vor, wodurch ein energetischer Vergleich von Geräten erleichtert wird. Diese Herstellerangaben sind allerdings nur dann wirklich verlässlich, wenn sie von unabhängiger Stelle verifiziert sind. Vorbildlich ist dabei die Verifizierungsmethode des Verbandes Eurovent. Dieser Zusammenschluss von rund 50 führenden europäischen Herstellern von Lüftungsgeräten hat sich auf den strengen Codex geeinigt, anonym auf dem freien Markt gekaufte Seriengeräte zu testen. So ist es Herstellern nicht möglich, bereitgestellte Prüflinge im Vorfeld auf die Testverfahren hin zu optimieren.  Kommt es bei den Tests zu Abweichungen von den Angaben der Hersteller, muss dieser diese korrigieren oder sein Gerät nachbessern. Dies macht die Aufgabe, die Messergebnisse richtig zu interpretieren, allerdings nicht hinfällig.

Kenndaten im Klimakontext betrachten

Zur energetischen Bewertung wird häufig zunächst die Leistungsaufnahme des Ventilators und der Wärmerückgewinnungsgrad verglichen. Diese Werte suggerieren, dass ein Gegenstromwärmeübertrager energetisch vorteilhafter sei. Ausschlaggebend ist allerdings, in welcher Klimazone das Gerät betrieben wird. Fällt im Winter die Außentemperatur an mehreren Tagen in den Minusbereich, muss beispielsweise in Lüftungsgeräten mit Gegenstromwärmeübertrager ein Frostschutz verwendet werden. Die Energieaufnahme hierfür kann den Wärmerückgewinnungsgrad im Vergleich zu einem Rotationswärmeübertrager schnell zunichtemachen. Soll ein Gegenstromwärmeübertrager nicht nur Wärme, sondern auch Feuchte übertragen, sinkt der Wert noch unter den von Rotationswärmeübertragern. Diese Funktion ist allerdings gerade in Gegenden mit längeren Temperaturperioden um die Null-Grad-Grenze sehr wichtig.

Somit ist der WRG-Wert keine verlässliche Grundlage für eine Bewertung. Empfehlenswerter ist beispielsweise der Wert zum spezifischen Energieverbrauch (SEV). Dieser drückt die Einsparung an Heizenergie im Verhältnis zur eingesetzten Energie aus. Die Angaben auf dem Energieeffizienzklasse-Label richten sich nach dem Wert, der für ein durchschnittliches Klima gilt. Daher sollte der SEC-Wert spezifisch für das Klima am Aufstellungsort ermittelt werden.

 

Kenndaten und Filterqualität

Eine Filtrierung der Zuluft ist für das Innenraumklima entscheidend. Eine optimale Filtrierung der Abluft schützt das Gerät vor Verschmutzung. Dafür empfehlen sich Taschenfilter und Kassettenfilter, die mehr Schmutz sammeln als einfache Filtermatten. Auch müssen Filtermatten häufiger ausgetauscht werden und führen durch den größeren Druckverlust zu einer höheren Energieaufnahme. Generell zu berücksichtigen ist: Je feiner ein Filter, desto höher der Druckverlust.

Welcher Filter passend ist, sollte individuell ermittelt werden. Kriterien sind zum Beispiel der Verschmutzungsgrad der Außenluft, die Belastung der Innenluft, ob Allergiker zu den Bewohnern zählen und wie viele Leute sich in den Räumen aufhalten.

Konstruktive Qualität

Auch die Konstruktion und Verarbeitung des Gehäuses ist für die Innenraumluftqualität entscheidend: Eine hochwertige Dämmung sorgt für gute Schallisolation, geringe thermische Verluste und verhindert die Bildung von Kondensat und damit von Schimmel im Gerät. Dichte, gegebenenfalls versiegelte Innenkanten sowie glatte Innenwände schützen vor Schimmel durch Feuchtigkeitseinträge. Sie reduzieren außerdem Druckverluste und verbessern damit die Energieeffizienz.