Zum Schutz der Gesundheit hat das BMAS neue Grenzwerte erlassen. Insbesondere die Verarbeitung beim Gießverfahren muss an diese angepasst werden.

Zum Schutz der Arbeitnehmer hat der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) des Bundeministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) Ende 2019 verschiedene Entscheidungen getroffen, die die Heißverarbeitung von Bitumen betreffen:

Für Dämpfe und Aerosole aus Destillationsbitumen und Air-Rectified Bitumen bei der Heißverarbeitung wurde ein neuer Grenzwert in die TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“ aufgenommen. Dieser liegt bei 1,5 Milligramm pro Kubikmeter. Zudem wurde beschlossen, Dämpfe und Aerosole aus Oxidationsbitumen bei der Heißverarbeitung in die TRGS 905 „Verzeichnis krebserzeugender, keimzellmutagener oder reproduktionstoxischer Stoffe“ aufzunehmen.

Bedeutung für das Dachdeckerhandwerk

Polymerbitumenbahnen im Schweißverfahren oder im Kaltselbstklebeverfahren können wie bisher verarbeitet werden, da beim Schweißen der Grenzwert eingehalten wird und beim Kaltselbstkleben keine Dämpfe und Aerosole entstehen. Hauptsächlich betreffen diese Neueinstufungen die Verarbeitung bei Gießverfahren, da hier häufig Oxidationsbitumen für die Heißbitumen-Klebemassen verwendet wird. Deutsche Bitumenbahnenhersteller arbeiten bereits mit Hochdruck daran, das Oxidationsbitumen durch andere Bitumensorten zu ersetzen. Um entsprechende Arbeitsplatzmessungen mit den neuen Materialien zu ermöglichen, wurde sich auf eine Übergangsphase bis Ende 2024 geeinigt.