Deutsche Architekten sind im internationalen Vergleich noch optimistisch, aber auch hier steigt die Befürchtung von negativen Folgen durch das Virus.

Für das europäische Architektenbarometer von BauInfoConsult wurden im ersten Quartal 2020 rund 900 Architekten in Europa zu ihrer Umsatz- und Auftragssituation befragt. Aus gegebenem Anlass wurde die Frage mit aufgenommen, ob mit zusätzlichen negativen Effekten wegen der Ausbreitung des Corona-Virus gerechnet würde, in Deutschland rechnen 28 Prozent mit negativen Folgen.

Aber der Stichtag, Freitag, der 13. März, hat die Stimmung auch hierzulande beeinträchtigt. An diesem Wochenende wurden in den meisten europäischen Ländern die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus stark angezogen und den meisten Europäern außerhalb Italiens wurde erst bewusst, wie ernst die Lage ist. So hatten vor dem 13.03. nur 10 Prozent der befragten deutschen Architekten mit negativen Folgen durch das Virus gerechnet, danach waren es 43 Prozent. In den anderen Ländern sieht die Entwicklung ähnlich aus. Auch ist der geschätzte durchschnittliche Umsatzverlust nach dem 13. März von etwa 6 Prozent auf 29 Prozent gestiegen.

Aber die Deutschen sind noch optimistisch

In fünf der acht befragten Länder rechnen mindestens 50 Prozent mit negativen Folgen. In Italien bangen 68 Prozent der Architekten. Somit sind die Deutschen vergleichsweise optimistisch. Was beruhigt, ist, dass es keine große Stornierungswelle gibt. Auch nach dem 13. März wurden nicht mehr Projekte abgesagt als zuvor. Allerdings sind mehr befragte Architekten von Projektaufschüben betroffen, somit kommt es bereits jetzt zu erheblichen Ablaufverzögerungen. Planer haben den Vorteil, dass große Teile ihrer Arbeit im Homeoffice machbar sind. Das Neubaugeschäft muss lange im Voraus geplant werden, sodass Projekte für die Zeit nach der Krise aktuell auf den Schreibtischen der Architekten landen können. Ein langfristiger Nachfrageeinbruch würde aber auch die Architekten hart treffen.