Wohin mit dem Bauschutt? Diese Frage wird immer schwerer zu beantworten, denn die Kapazitäten werden knapp. Die Lösung: Den Bauschutt recyceln.

Um auch in Zukunft bauen zu können, muss sich die Bau- und Immobilienwirtschaft auf eine zirkuläre Wertschöpfung ausrichten. Anders werden Klimaschutz, Kostenverträglichkeit und Rohstoffproduktivität kaum vereinbar sein. Circular Economy scheint hier das Mittel der Wahl. Der alternative Wirtschaftsansatz beruht darauf, Mittel so lange und so oft wie möglich zu nutzen.

Cradle-to-Cradle, kurz C2C

Dieses Prinzip ist auf eine konsequente Kreislaufwirtschaft ausgerichtet. Chemiker Michael Braungart und Architekt William McDonough nahmen sich bereits vor 30 Jahren die Natur zum Vorbild. Das Ziel: Produkte entwickeln, die entweder vollständig biologisch abbaubar sind oder endlos recycelt werden können. Dazu wird auf einstoffliche Materialien gesetzt. Mittlerweile arbeiten über 30 Bauprodukthersteller nachweislich nach den C2C-Prinzipien. Im C2C LAB in Berlin können sich Planer und Bauherren beraten lassen.

In der Hamburger HafenCity lassen die Landmarken AG und das Architekturbüro kadawittfeld ein Wohnhochhaus in Anlehnung an die C2C-Prinzipien entstehen. Im ‘Moringa’ werden ausschließlich gesunde, unter sozialen Arbeitsbedingungen und bei geringen Energieaufwand hergestellte Materialien verbaut. Diese werden, genau wie der Großteil der Konstruktion, trennbar und recycelbar sein.

Das Urban-Mining Konzept

Das von der Architektin Anja Rosen entwickelte Konzept findet im Rahmen des viel beachteten Modellprojekts „Rathaus Korbach“ Beachtung. Das Vorstandsmitglied der re!source Stiftung, das auch Sachverständige für Nachhaltiges Bauen und DGNB-Autorin ist, geht der Frage nach, wie sich beim Gebäudeabbruch anfallendes Material vor Ort aufbereiten und ressourcenschonend in den Neubau integrieren lässt. Im Falle des Rathauses in Korbach werden 50 Prozent der etwa 5.400 Tonnen Betonabbruch als recycelte Gesteinskörnung Typ 1 für das Tragwerk des Neubaus verwendet und 12 Tonnen Ziegelabbruch fließen in die Fassade des neuen Gebäudes.

Interessen:Rohbau